Section 232 Strafzölle: Auswirkungen auf GMHütte ungewiss

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Qualitätsstahl aus Georgsmarienhütte: Welche Auswirkungen die vom US-Präsidenten Donald Trump verhängten Strafzöllen auf Stahl und Aluminium auf die Georgsmarienhütte haben werden, ist offen. Foto: Friso Gentsch/dpaQualitätsstahl aus Georgsmarienhütte: Welche Auswirkungen die vom US-Präsidenten Donald Trump verhängten Strafzöllen auf Stahl und Aluminium auf die Georgsmarienhütte haben werden, ist offen. Foto: Friso Gentsch/dpa

wie/pm Georgsmarienhütte. Welche Auswirkungen die vom US-Präsidenten Donald Trump verhängten Strafzöllen auf Stahl und Aluminium auf die Georgsmarienhütte haben werden, ist offen. Auf die USA entfielen 2016 drei Prozent des auf 2,3 Milliarden Euro bezifferten Umsatzes der Gruppe.

Die Folgen der Zölle könnten erst abgeschätzt werden, wenn feststehe, welche Produkte in welcher Anarbeitungsstufe davon betroffen seien, so Iris-Kathrin Wilckens, Leiterin der Unternehmenskommunikation der Georgsmarienhütte Holding. Die Unternehmen der GMH Gruppe wären – nach aktuellem Kenntnisstand und Interpretation der Ankündigung – davon im Wesentlichen indirekt betroffen. Aus den Produkten der GMH Gruppe fertigten vor allem Dritte Komponenten, die dann unter anderem auch in die USA exportiert würden.

Fertigung in den USA

Allerdings fertig die GMH Gruppe seit etlichen Jahren auch direkt in den USA Zahnstangen für automobile Lenksysteme. Auch das dafür benötigte Vormaterial aus Stahl werde in den USA eingekauft und falle somit nicht unter die geplante Zollmaßnahme, heißt es in einer Pressemitteilung. Auch andere Produkte, die die GMH Gruppe in die USA liefert, fielen zumindest nach derzeitigem Kenntnisstand nicht unter die Regeln der „Section 232“ des amerikanischen Außenhandelsgesetzes.

„Trade Expansion Act“

Trump hatte bei der Verhängung auf eine Regelung aus dem Jahr 1962 zurückgegriffen: Die Section 232 des „Trade Expansion Act“ erlaubt es dem Präsidenten, Importe zu beschränken oder ganz zu unterbinden, wenn diese US-Industrien gefährden, die für die äußere oder innere Sicherheit wichtig sind.

„Es bleibt abzuwarten, wie die letztendliche Festlegung der betroffenen Produkte beschrieben wird“, betont Iris-Kathrin Wilckens.

Das Unternehmen hat in der Autoindustrie einen guten Ruf: Vier von fünf Autos aus deutscher Produktion beinhalten Stahl der GMH Gruppe, Jeder zweite Turbolader weltweit läuft mit Stahl der Gruppe.

Mehr als 7000 Mitarbeiter

Keimzelle der 1993 gegründeten GMH Gruppe ist das Stahlwerk in Georgsmarienhütte. An 54 Standorten auf allen fünf Kontinenten beschäftigte die Gruppe 2016 mehr als 7000 Mitarbeiter.


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