Großes Interesse am Stadtgeschichtlichen Stammtisch Freie Mark und Dampfziegelei in GMHütte

Von Lennart Pieper

Meine Nachrichten

Um das Thema Georgsmarienhütte Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Georgsmarienhütte. Als es im Januar beim Stadtgeschichtlichen Stammtisch um Ludwig Windthorst ging, da war die Zahl der Gäste – nun ja – überschaubar. Jetzt ging es um die Freie Mark in Dröper und die Ziegelei an der Borgloher Straße. Und die GMHütter kamen in Scharen.

Bei seiner Begrüßung blickte Theodor Elixmann im Georgsmarienhütter Rathaussaal auf volle Reihen. Mit der Freien Mark Dröper und der alten Ziegelei an der Borgloher Straße standen auf Anregung von Eberhard Schröder zwei Themen auf dem Programm, die den Bogen von der frühen Siedlungsgeschichte der Region bis zu den Kindheitserinnerungen vieler Teilnehmer spannten.

Freie Mark? Stadthistoriker Werner Beermann führte in die Geschichte des Gebietes ein, das zwischen der heutigen Bundesstraße B51, der Borgloher Straße, dem Musenberg und dem Ortsteil Dröper liegt. Da sich das hügelige und bewaldete Terrain nicht für den Ackerbau eignete, wurde es zunächst als Allmende genutzt, auf die alle Bauern ihr Vieh zur Mast trieben.

Um das Jahr 1800 hatte sich das Gelände durch die jahrhundertelange intensive Nutzung so verändert, dass aus dem Wald ein Busch- und Heideland geworden war. Überhaupt, so schilderte es Beermann, müsse man sich weite Teile des Teutoburger Waldes zu dieser Zeit ziemlich kahl vorstellen.

Die große Zeit der Allmenden war ohnehin vorbei: Die Idee setzte sich durch, dass der Markengrund aufgeteilt und in die Verantwortung der einzelnen Berechtigten übergehen sollte. Im Jahr 1823 wurde daher auch in Dröper die Markenteilung durchgeführt, die vormals gemeinsam genutzte Allmende privatisiert und unter die Bauern verteilt.

Acht Jahre später wurde den Bauern im Zuge der Bauernbefreiung gestattet, sich mit einer Ablösesumme in Höhe der 25-fachen Jahresleistung ihres Hofes aus der Grundherrschaft freizukaufen.

Aber woher das Geld nehmen? Etliche Bauern finanzierten ihren Freikauf durch den Verkauf ihrer Anteile an der ehemaligen Mark an Heuerlinge und Bergarbeiter, die nun auch „etwas Eigenes“ haben wollten.

Auf den etwa zwei Hektar kleinen Flächen versuchten die Neubauern in bescheidenem Rahmen, Landwirtschaft zu betreiben und sich so besser gegen Hungerkrisen zu wappnen.

Immerhin: Heute ist mit Ausnahme der Besiedlung an der Borgloher Straße ein Großteil der Fläche wieder von Wald bedeckt.

Genauso Geschichte wie die Freie Mark ist auch die Dampfziegelei, die dort seit 1895 bestand. Über sie informierte der Hobby-Geologe Horst Grebing: Ein Auktionator H. Säffer aus Oesede habe die Ziegelei gegründet und 1897 an den den Iburger Wilhelm Wiemann verkauft, bevor sie schließlich 1909 Adolf Kamp aus Dröper übernahm.

Mit Loren wurde der Ton aus der südlich gelegenen Abbaugrube durch einen Tunnel unter der Borgloher Straße in die benachbarte Ziegelei transportiert und dort verarbeitet und in einem imposanten Ringofen zu Klinkern gebrannt. 1958 wurde der Betrieb schließlich eingestellt. Viele der anwesenden Teilnehmer im Publikum konnten sich noch lebhaft an diese Zeit erinnern und tauschten ihr Wissen aus.

Der nächste Stadtgeschichtliche Stammtisch findet am 10. April wieder im Oeseder Rathaus statt. Dann geht es um die Harderburg, einer kleinen Burg an der Grenze zu Malbergen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN