Umjubelte Deutschlandpremiere Musical „Be more chill“ begeistert am Gymnasium Bad Iburg

Monika Vollmer

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Bad Iburg. In der Aula des Gymnasiums Bad Iburg (GBI) feierte am Freitagabend das Broadwaymusical „Be more chill“ Premiere. 320 Zuschauer erlebten eine aufwendige Produktion mit großartiger Musik und einem spielfreudigen, jungen Schülerensemble.

Eine bunte Hirnhemisphäre mit der Aufschrift „Be more chill“ ziert das auffällige, violette Plakat der Musical-AG des GBI und kündigt, zum 70-jährigen Bestehen des Gymnasiums, die deutsche Erstaufführung an. Basierend auf dem Jugendbuch von Ned Vizzini und der Broadwayinszenierung von Joe Iconis probten in mehr als 7000 Stunden mehr als 50 Lehrer und Schüler des Gymnasiums und der Realschule sowie die Live-Band in Kooperation mit der „Musikschule Janowitz“ die Umsetzung des Großprojektes. Das GBI-Musical 2017

Supercomputer erfüllt Wünsche

„Be more chill“ erzählt die Geschichte des Außenseiters Jeremys. Als durchschnittlicher Teenager verliebt er sich an der Schule in die schöne Christine, ein Mädchen, das er scheinbar nie haben kann. „The squib“, ein kleiner Supercomputer, den Jeremy als Pille einnehmen kann, verspricht Abhilfe zu schaffen. Zunächst scheint es zu funktionieren und Jeremy bekommt alles, was er sich wünscht: ein cooleres Äußeres, ein Date mit Christine, sowie eine Einladung Halloweenparty. Erst spät merkt er, welche Gefahren diese Veränderung für ihn und sein Umfeld mit sich bringen. Zu spät?

Stellvertretender Direktor in Unterhosen

Startete das Musical zunächst mit einem leicht nervösen Abtasten zwischen den jugendlichen Akteuren und den Zuschauern, bejubelten diese schon bald die Darsteller auf der Bühne. Seine Rolle als Jeremy spielte Jan Marten Gerve genauso grandios, wie Nicolas Meißner den „Squib“. Charlotte Riedel verkörperte die niedliche Christina, Lucas Schwersmann mimte Jeremys Freund Michael und der stellvertretende Schulleiter Ulrich Solbach trat als Jeremys Dad häufig in Unterhosen auf. Aber auch die anderen jungen Schauspieler brillierten in ihren Rollen durch Mimik, Gestik und Gesang. Rockige Popsongs waren passend für die Live-Band eingeplant und boten musikalischen Unterhaltungswert auf hohem Niveau. Mehr aus Bad Iburg im Netz

Minutenlanger Beifall

Ein gelungenes Debüt als Choreografie-Leitung gaben Laura Barbosa Ribeiro und Evelin Junker. Den beiden Oberstufenschülerinnen merkte man ihre Erfahrung im Bereich Tanz aus den letzten Produktionen an. Nach gut drei Stunden riss es die Zuschauer förmlich von den Stühlen und sie klatschten minutenlang begeisterten Beifall und forderten Zugabe.

Großes Engagement von Schülern und Lehrern

Ein recht abgegriffenes Klischee zu solch einem energiegeladenen Musical umzuarbeiten, ist eine Herausforderung. Laura Stattkus als Regisseurin und Patrick Hehmann als Produktionsleitung leisteten jedoch ganze Arbeit und ließen das Publikum staunen. Mit den hochaktuellen Themen wie künstliche Intelligenz, Freundschaft und Identitätsfindung boten sie gleichzeitig Denkanstöße, nicht ohne dabei die nötige Portion Humor und Gemütsbewegung vermissen zu lassen. „Es ist eine Mischung aus Gregs Tagebuch und einigen Sci-Fi Elementen mit Witz, Gefühl und toller Botschaft. Das Musical setzte bewusst auf einen Kontrast zu den klischeehaften Stücken der letzten beiden Jahre“, so Hehmann vor der Premiere. Laura Stattkus, ehemalige Schülerin, entdeckte die Musik bei Spotify, übernahm die szenische Probenleitung, wählte Kostüme aus, plante das Bühnenbild. „Ihr Einsatz ist echt einfach unglaublich“, lobte Hehmann, Lehrer des Jahres 2015, seine Regisseurin. Auch Schulleiterin Christiane Schneider zollte der gesamten Theater AG und ihren Vollblut-Lehrern nach der Premiere großen Respekt.

Termine

Weitere Vorstellungen von „Be more chill“ gibt es am 3. März, 5. März, 7. März und 9. März, jeweils um 19 Uhr sowie am 11. März um 17 Uhr. Aufführungsort ist jeweils die Aula des Gymnasiums Bad Iburg, Bielefelder Str. 15.


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