„Jau, in Glane is wat lös“ Plattdeutsche Dönnekes in Averbecks Hof bei Kaffee und Kuchen

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Bad Iburg. Über 70 Teilnehmer kamen zum „Plattdeutschen Nachmittag“ des Heimatvereins Glane. Bei Kaffee und Kuchen trugen Christa Hagedorn und Helga Grzonka sowie einige Gäste heitere Geschichten und Gedichte „up platt“ vor.

Platt schnacken, singen und Kaffeetrinken standen am Mittwochnachmittag auf Averbecks Hof in Glane auf dem Programm: Die Diele war voll, der Kuchen selbst gebacken und nach der Begrüßung durch Christa Hagedorn und Helga Grzonka sangen alle „Sing met mi een plattdütsk Leed“ zur Melodie von „Ein bisschen Frieden“. Später griff Alfred Peters zum Akkordeon und begleitete die Plattdeutschfreunde unter anderem beim Lied „Jau, in Glane is wat lös“.

Hamburg und die Landesgartenschau

Hagedorn hatte für diesen Nachmittag unter anderem eine Geschichte von einem Bauern und seiner Frau rausgesucht, die eine Reise nach Hamburg gewannen und anschließend fanden: „Zuhause is use Welt.“ Und Grzonka hatte selbst etwas geschrieben, das sie als „Gertrud Ünnewechens“ vortrug: „Eintauchen. Dat make ik nu jeden Dag. Metten Quast in den Emmer.“ Grzonka nahm das Motto der Landesgartenschau wörtlich, stand mit Malerhut und Farbeimer in der Diele und wollte vor allem die „Kiäkenbühne“, sprich den Altar bunt streichen: „De mot derbe bunt währden“, fand sie.

Platt klingt netter

Zum zweiten Mal beim „Plattdeutschen Nachmittag“ auf Averbecks Hof mit dabei war Günter Hölscher, der Plattdeutsch früher bei der Arbeit brauchte: „Ich habe 40 Jahre im Sozialamt gearbeitet, und früher sprachen viele Ältere nur Platt“, erinnerte sich Hölscher, der auch selbst zwei kurze Geschichten vortrug. Diese waren auf Platt zwar sehr lustig, in der hochdeutschen Übersetzung aber nicht unbedingt zitierfähig. „Auf Platt hört sich das alles immer viel netter an“, erklärte denn auch eine Zuhörerin, und Martina Bolke aus Hagen, berichtete, warum sie gekommen war: „Weil wir Spaß haben wollen und nicht möchten, dass das Plattdeutsche ausstirbt.“

Gäste bringen Texte mit

Da die Gelegenheiten, Platt zu sprechen und zu hören eher rar sind, kommen zum Plattdeutschen Nachmittag nicht nur Glaner. Auch eine Osnabrückerin hatte diesmal einige Texte mitgebracht, und Elsbet Ridder trug eine Geschichte aus ihrem Heimatort vor. Die Iburgerin kommt gebürtig aus Holperdorf und spricht gerne Platt. „Doch bisher habe ich das noch nie so in der Öffentlichkeit gemacht“, so Ridder, die bedauerte, „dass im Radio nie Osnabrücker Platt gesprochen wird“.

Platt ist nicht gleich Platt

Apropos, dass Plattdeutsch nicht gleich Plattdeutsch ist, und dass es selbst im Osnabrücker Land Unterschiede gibt, hat Susanne Hagedorn festgestellt: „Wir wohnen in Hagen. Dort ist das Platt schon anders als das Glaner Platt“, so die Tochter von Christa Hagedorn, die in Begleitung ihres Sohnes gekommen war. Patrick (12) war an diesem Nachmittag der Jüngste und trug ein Gedicht über eine Oma vor, die ihre Brille sucht – obwohl sie sie auf der Nase hat. Das passiere seiner Oma auch manchmal, verriet Patrick: „Das Gedicht hat mir meine Oma beigebracht.“ Zum Abschied sangen alle: „Nu is de Plattdütskstund vorbi, wi müht no Hus hen gohn. Wie segget Tschüss to di un di un roupt lut Gout Gohn.“ Und dann war der Plattdeutsche Nachmittag nach zwei Stunden auch schon vorbei.


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