GMHütter Schüler im ARD-Brennpunkt Bahn sorgt beim Friederike-Chaos für Taxi-Rückfahrt aus Berlin

Von Wolfgang Elbers


Georgsmarienhütte. Die Deutsche Bahn sorgt häufig durch Verspätungen und ausfallende Züge für Negativ-Schlagzeilen. Die beiden neunten Klassen der GMHütter Comeniusschule haben dem DB-Team am Berliner Hauptbahnhof jetzt ein dickes „Danke“-Paket geschickt. Beim „Friederike“-Sturmchaos Mitte Januar haben sich die Mitarbeiter dort intensiv um die Gruppe aus der Hüttenstadt gekümmert und am Ende eine Rückfahrt per Taxi ermöglicht.

Der Orkan Friederike hat vor rund einem Monat nicht nur in der Region heftige Schäden hinterlassen, sondern auch den Zugverkehr nahezu bundesweit zum Erliegen gebracht. Betroffen war auch die Berlin-Klassenfahrt des neunten Jahrgangs der GMHütter Comeniusschule. Für die 22-köpfige Gruppe stand am 18. Januar um 18.34 die Rückfahrt nach Osnabrück an. Doch am Berliner Hauptbahnhof ging sturmbedingt schon tagsüber nichts mehr.

Abgestellter ICE als Nachtquartier

Gestrandet am Bahn-Knotenpunkt in Berlin-Mitte: Für die beiden Lehrerinnen Katrin Langkau und Julia Brokfeld war die Situation Stress pur: „Wir wussten wirklich nicht, wie und wann wir überhaupt zurückkommen, denn da ging seit dem frühen Nachmittag kein Zug mehr.“

Die Verbindung nach Osnabrück war zwar tagsüber noch in der Internet-Übersicht gelistet, aber da rollte schon längst keine fahrplanmäßige Verbindung mehr. Katrin Langkau: „Das war schon eine schwierige Situation, da wir Schüler dabei hatten, die auf Medikamente angewiesen sind.“

Zwischen-Quartier im Zug

Die GMHütter Gruppe kam als Zwischen-Quartier in einem von der DB auf einer Ebene für die vielen wartenden Reisenden bereit gestellten ICE unter. Langkau: „Das war die große Auffangstation für alle Gestrandeten am Hauptbahnhof, und natürlich herrschte ein großes Durcheinander. Wir hatten aber das Glück, dort als Klasse ein komplettes Abteil für uns zu haben – mit W-Lan und Strom, was natürlich die Kommunikation der Schüler mit ihren Eltern sehr erleichtert hat. So wussten wenigstens alle, dass es uns den Umständen entsprechend gut geht.“

Zwischendurch hatten die beiden GMHütter Lehrerinnen sogar noch einen großen TV-Auftritt zur besten Sendezeit nach der Tagesschau: Ein Team der ARD-Sondersendung Brennpunkt fing die Stimmung am Berliner Hauptbahnhof ein und drehte dabei natürlich auch in der dort auf einem Gleis eingerichteten Nacht-Notunterkunft auf Schienen. Eins der groß ins Bild gerückten Beispiele war die GMHütter Schulgruppe.

Die Comeniusschüler waren am Abend vom Stress geschafft und haben, so gut es ging, geschlafen. Zwischendurch hatten die beiden Leiterinnen immer wieder Kontakt mit dem Bahnpersonal, wann es am nächsten Tag weitergehen könnte. Langkau: „Da haben sich alle wirklich toll um uns gekümmert. Aber Hoffnungen, dass wir am nächsten Morgen endlich einen Anschluss haben, konnte uns niemand machen.“

Am Ende per Taxi bis vor die Haustür

Kurz vor Mitternacht gab es dann die erlösende Nachricht: Die Bahn hatte den Rücktransport per Taxi organisiert. Mit drei großen Siebensitzern und einem normalen Taxi ging es als Kolonne in der Nacht die mehr als 400 Kilometer nach GMHütte zurück – bis vor die Haustür. Gegen halb fünf am Freitagmorgen war das Klassenfahrt-Abenteuer beendet. Eine der beiden Klassenlehrerinnen: „Das war das bestmögliche Ende. Aber so eine Situation will keiner noch einmal erleben. Wir wollten mit dem Dankeschön an die Bahn jetzt nur noch einmal zum Ausdruck bringen, wie froh wir sind, dass diese Rückfahrtlösung gefunden wurde.“