Akten jetzt in Celle Generalstaatsanwaltschaft übernimmt Verfahren gegen Ex-SS-Mann aus GMHütte

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An das Massaker von Babyn Jar während des Zweiten Weltkriegs erinnern in der Ukraine mehrere Gedenkstätten. Foto: Imago/EastnewsAn das Massaker von Babyn Jar während des Zweiten Weltkriegs erinnern in der Ukraine mehrere Gedenkstätten. Foto: Imago/Eastnews

dpa/we Osnabrück. Die Generalstaatsanwaltschaft in Celle hat von der Staatsanwaltschaft Osnabrück die Ermittlungen gegen einen in Georgsmarienhütte wohnenden 94 Jahre alten Ex-SS-Mann übernommen. Dem Alt-GMHütter wird vorgeworfen, als Mitglied der Waffen-SS im September 1941 an einem Massenmord an mehr als 33.700 Juden im ukrainischen Babyn Jar bei Kiew beteiligt gewesen sein.

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hatte im vergangenen Herbst ein Ermittlungsverfahren eröffnet, nachdem das ARD-Magazin „Kontraste“ über die Vergangenheit des Ruheständlers berichtet hatte und zwei Anzeigen eingegangen waren. Eine der Strafanzeigen kam vom Simon-Wiesenthal-Zentrum.

Akten schon in Celle

Ein Sprecher der Osnabrücker Staatswaltschaft hat am Mittwoch bestätigt, dass das Verfahren jetzt in Celle weitergeführt wird: „Wir haben schon im vergangenen Herbst Rücksprache mit dem Justizministerium und der Generalstaatsanwaltschaft gehalten, ob das Verfahren nicht dort weitergeführt wird, da an der Stelle solche Alt-Fälle zentral bearbeitet werden.“

Der Übergabeprozess habe sich aber hingezogen, und die offizielle Übernahme sei erst jetzt erfolgt. Die Akten sind bereits seit einiger Zeit in Celle, wo sie jetzt „gelesen und ausgewertet werden“.

Der mutmaßliche NS-Verbrecher zählte am 29. und 30. September 1941 zur Einsatzgruppe C, die in Babyn Jar bei Kiew mehr als 33.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder ermordete, und hatte im „Kontraste“-Interview erklärt, dass er seinerzeit im Werkstattdienst eingesetzt gewesen zu sein und von den Massenerschießungen nichts gehört habe.

Demo „Keine Ruhe den Nazi-Tätern“

Das linke Osnabrücker Sammelbündnis Epos (Emanzipatorische Politik Osnabrück) hatte daraufhin im vergangenen November vor dem GMHütter Rathaus und in Alt-GMHütte zwei Kundgebungen unter dem Motto: „Keine Ruhe den Nazi-Tätern“ organisiert. Die Organisatoren wollten damit noch einmal ins Bewusstsein bringen, dass in der Vergangenheit eine richtige juristische Aufarbeitung dieser Massentötungsaktionen nicht erfolgt sei.

Zuletzt 2015 hatte in einem ähnlichen Fall das Landgericht Lüneburg den heute 96 Jahre alten Oskar Gröning wegen Beihilfe zum Mord in 300000 Fällen im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz zu vier Jahren Haft verurteilt.


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