„Trauerspiel“ um Oeseder Feuerwehrhaus Beweissicherungsverfahren am GMHütter 2,5-Millionen-Bau

Von Wolfgang Elbers

Deutlich zu erkennen: das Baumaterial für eine „dauerhafte Abdichtung“ des Oeseder Feuerwehrhauses an der Wellendorfer Straße liegt bereits vor Ort. Foto: Michael GründelDeutlich zu erkennen: das Baumaterial für eine „dauerhafte Abdichtung“ des Oeseder Feuerwehrhauses an der Wellendorfer Straße liegt bereits vor Ort. Foto: Michael Gründel

Georgsmarienhütte. Vor zehn Jahren ist es in Betrieb genommen worden, doch für die Oeseder Feuerwehr ist die Situation am für rund 2,5 Millionen Euro realisierten Neubau an der Wellendorfer Straße seit September 2015, als die Stadt wegen aufgetretener Feuchtigkeitsschäden ein Beweissicherungsverfahren eingeleitet hat, nur noch „ein Trauerspiel“.

Noch immer ist das vor zweieinhalb Jahren auf Antrag der Stadt GMHütte vom Osnabrücker Landgericht eröffnete „selbstständige Beweissicherungsverfahren“ nicht abgeschlossen und die Frage weiter ungeklärt: Worauf ist zurückzuführen, dass vor drei Jahren Oberflächenwasser von außen ins neue Feuerwehrhaus eingedrungen ist und für Schimmelbildung sorgt?

Landgericht: Ungewöhnlich langes Verfahren

Der Neubau gleicht inzwischen seit knapp einem Jahr wieder einer Baustelle: Rund um den Sozialtrakt auf der rückwärtigen Gebäudeseite sind die Fundamente freigelegt worden. Ein Feuerwehrmitglied: „Das ist schon eine kuriose Situation. Wir können seither nur noch durch den Alarmeingang vom Parkplatz aus ins Gebäude kommen, während Haupteingang, der Zugang der Jugendfeuerwehr und die Außentür zur Küche durch den Graben blockiert sind.“

Ein Zustand, der möglicherweise demnächst ein Ende findet. Anton Hornstein, Architekt der Stadt und Leiter des Zentralen Gebäudemanagements: „Die Ausschachtungen dienen der Vorbereitung der weiteren Arbeiten im Rahmen der Schadensminderungspflicht mit dem Ziel einer zukünftig dauerhaften Abdichtung.“

Bis zum Abschluss des Beweissicherungsverfahrens, zu dessen aktuellem Stand es von Seiten der Stadt keinen Kommentar gibt, könnte es allerdings noch einige Zeit dauern. Landgericht-Pressesprecherin Katrin Höcherl: „Es hat hier Anfang des Jahres noch einmal ein ergänzendes Gutachten gegeben, das den Parteien jetzt zur Stellungnahme zugegangen ist.“ Es handele sich hier um ein „schon ungewöhnlich“ langes Verfahren. Das habe aber auch damit zu tun, dass die Sachverständigen in Bausachen derzeit sehr ausgelastet seien.

Der vorläufige Streitwert beläuft sich danach auf 20000 Euro. Die endgültige strittige Schadensumme wird in der Regel aber erst am Ende festgelegt, wenn es tatsächlich zu einer Klage kommt. Die Frage beim Oeseder Feuerwehrhaus ist dann: Wer Beklagter ist – der Architekt oder die ausführenden Firmen.

Ende wohl noch nicht in Sicht

Sollte es am Ende zu einem Gerichtsverfahren kommen, dürfte sich die Summe im sechsstelligen Bereich bewegen. Mitglieder der Feuerwehr haben Anfang 2016, nachdem das Landgericht einen Sachverständigen bestellt hatte, aufgrund des Ausmaßes des Mitte 2015 aufgetretenen Wasserschadens die Notwendigkeit einer „Generalrenovierung“ in den Raum gestellt. Die Feuchtigkeit hat danach unter anderem deutliche Verfärbungen an den Wänden im Schulungsraum und der Küche hinterlassen.

Ein Ende des Beweissicherungsverfahrens ist zum Verdruss der Feuerwehrkameraden, die erst einmal weiter mit eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten leben müssen, wohl so schnell nicht in Sicht.