Frühstückseinladung für ehrenamtliche Helfer Flüchtlingshilfe GMHütte vor drei Jahren gegründet

Von Horst Troiza

Vor drei Jahren aus Syrien nach Osnabrück gekommen: Der Schauspieler Ahmad Kiki von den Städtischen Bühnen Osnabrück sprach beim Treffen der Flüchtlingshilfe über seine Flucht und die Ankunft. Foto: Horst TroizaVor drei Jahren aus Syrien nach Osnabrück gekommen: Der Schauspieler Ahmad Kiki von den Städtischen Bühnen Osnabrück sprach beim Treffen der Flüchtlingshilfe über seine Flucht und die Ankunft. Foto: Horst Troiza

GMHütte. „Dankeschön“ hat die Stadt den ehrenamtlichen Mitstreitern der Flüchtlingshilfe für ihr Engagement gesagt und zum gemeinsamen Frühstück eingeladen. Helmuth Köhnke, Ehrenamtslotse und Koordinator des Unterstützerkreises für Asylsuchende, fasste dessen dreijährige Geschichte in einer Rede zusammen und sprach über Erfolge und Fehler in dieser Zeit.

Ohne diese 32 Männer und Frauen, die an diesem Morgen im Hotel „Waldesruh“ Platz genommen haben, wäre es vor drei Jahren sicherlich nicht gelungen, angemessen auf die Zuteilung von Flüchtlingen zu reagieren. Sie hätten, unter Federführung der Stadtverwaltung, auf unterschiedliche Weise dazu beigetragen, dass Unterkünfte bewohnbar gemacht, Fahrdienste arrangiert und Sprachkurse aufgezogen wurden und vieles, vieles mehr, was die vorwiegend aus Syrien, Irak, Nord- und Ostafrika stammenden Menschen hier in ihrer Not aufzufangen half.

Den ankommenden das Leben hier erklärt

„Sie haben den Ankommenden das Leben hier erklärt“, dankte der Erste Stadtrat Karl-Heinz Plogmann den Freiwilligen der Flüchtlingshilfe, die der Einladung zum Frühstück gefolgt waren. Dass dabei nicht alles planbar gewesen war, es hin und wieder auch im Gebälk krachte, beschrieb anschließend Helmuth Köhnke. Die Verwaltungen, und nicht nur die in der Hüttenstadt, hätten mit „Problemen und Reibungen innerhalb des Systems zu kämpfen gehabt“ und bis heute sei nicht für jeden in der Flüchtlingshilfe transparent, welche Befugnisse und Aufgaben Einrichtungen Ausländerbehörde, Jobcenter, Maßarbeit, Migrationszentren und das Bundesministerium besäßen.

Offen über Sorgen und Vorurteilegesprochen

Man habe gelernt, jedenfalls zum Teil. Dass zum Beispiel die von der Verkehrswacht aufgearbeiteten Fahrräder nicht ohne Kostenbeteiligung umsonst hätten abgegeben werden dürfen. „Da hat niemand eine Wertschätzung aufgebaut. Wenn das Rad defekt war, wurde es stehen gelassen“. Anderes wie etwa die Bereitstellung der Sporthalle der Teutoburger-Wald-Schule als Flüchtlingsunterkunft sei vielleicht, wie sich später herausstellte, nicht nötig geworden und deshalb in oberflächlicher Betrachtung eine Fehlentscheidung gewesen. „Die in diesem Zusammenhang angebotenen Informationsveranstaltungen für die Bürger halte ich im Nachhinein aber für sehr nützlich, wurden dort doch offen Sorgen und Vorurteile angesprochen und diskutiert“.

Unterstützerkreis ist noch heute tätig

Der Unterstützerkreis der Flüchtlingshilfe ist noch heute tätig. Darauf wies die Gleichstellungsbeauftragte Susanne Häring hin. „Die Suche nach Wohnungen für Flüchtlinge mit gesichertem Aufenthaltsstatus wird nicht leichter. Es ist schwierig jene, die noch keine Unterkunft gefunden haben, zu vermitteln“. In diesem noch jungen Jahr habe es bereits die neue Zuweisung von vier Menschen nach GMHütte gegeben, fünf bis sechs weitere werden in den nächsten Wochen erwartet.

Im Anschluss hielt der Syrer Ahmad Kiki einen kurzen Vortrag über die Flucht aus seiner Heimat und seine Ankunft in unserer Region. Nach Verhaftung durch das Assad-Regime war ihm die Flucht in die Türkei gelungen und von dort über Griechenland nach Deutschland.

Hauptaugenmerk liegt auf dem Erlernen der Sprache

Heute lebt er in Osnabrück, arbeitet als Schauspieler an den Städtischen Bühnen. „Ohne das Erlernen der deutschen Sprache wäre es mir nicht gelungen, mich schnell zu integrieren zu können“, machte er deutlich. Das gilt für alle, die ins Land gekommen sind und bleiben wollen. Susanne Häring machte deutlich, das Hauptaugenmerk läge beim Spracherwerb. Sie machte auf ein Projekt der Comenius-Schule aufmerksam, bei dem ältere, zweisprachige Schüler, jüngere betreuen und diese anleiten.