Ausstellung in Villa Stahmer Fritz Schwarzenberger porträtiert „Kunstschaffende“

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Laudator Alfred Cordes, Fotograf Fritz Schwarzenberger und Bürgermeister Ansgar Pohlmann (von links) vor einem der 28 Porträts der Ausstellung. Hier inspirierte Heike Kopadts mollige Tänzerin „Federleicht“ den Fotografen zum Porträt der Malerin.Laudator Alfred Cordes, Fotograf Fritz Schwarzenberger und Bürgermeister Ansgar Pohlmann (von links) vor einem der 28 Porträts der Ausstellung. Hier inspirierte Heike Kopadts mollige Tänzerin „Federleicht“ den Fotografen zum Porträt der Malerin.

Georgsmarienhütte. Vernissage bedeutet immer auch: sehen und gesehen werden. Am Sonntag sogar in mehr als dem vordergründigen Sinne: Der Fotograf Fritz Schwarzenberger lud ein zur Eröffnung seiner Fotoporträt-Ausstellung „Kunstschaffende“ ins Museum Villa Stahmer in Georgsmarienhütte.

In Schwarzenbergers Arbeiten vereinigen sich Spiegelung, Selbstvergewisserung, Selbstbild und Fremdbild, und im Dialog mit dem Betrachter schließlich ereignet sich vielschichtige Kommunikation. Fast alle der 36 von ihm Abgelichteten, darunter etliche Georgsmarienhütter Künstler, zeigten Präsenz. Sie wurden von Bürgermeister Ansgar Pohlmann, der sich über das „rege künstlerische Leben in unserer Region“ und die „einmalige Ausstellung“ freute, freundlich begrüßt.

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Keine Objektivität

In einführenden Worten räumte Alfred Cordes mit dem Mythos von der vermeintlichen Objektivität der Fotografie auf. Schon früh habe man sich durch Retuschen oder heftigere Eingriffe mit Schere und Klebstoff „die Realität gefügig gemacht“; heute, in Zeiten von Computerprogrammen und „fake pictures“, müsse man fürchten, keinem Foto mehr glauben zu dürfen. Mehr aus Georgsmarienhütte im Netz

Fritz Schwarzenberger habe das „Spannungsfeld zwischen den Wirklichkeiten“ aufgegriffen, indem er jeweils zwei Porträts gegenübergestellte. Lichte er den (oder die) Kunstschaffenden im ersten Foto ganz klassisch ab, entwickle er im jeweils zweiten Porträt eine ganz neue Herangehensweise, geradezu eine neue Kunstform: In akribisch geplanten und minutiös komponierten Mosaiksteinen stelle der Fotograf die Künstler in ihren Kunstwelten dar. „Alles ist ausgedacht, geplant, installiert“, so Cordes. Aber obwohl „nichts absolut echt, nichts wirklich wahr“ sei, schaffe Schwarzenberger mit den Möglichkeiten der digitalen Fotografie Komposition mit „neuer Realität“, die eine tiefere Wahrheit zum Ausdruck zu bringen vermöchten. Er setze die porträtierten Künstler in einer „seelenverwandten Aneignung“ ins Licht und komme ihnen mit seiner Art der fotografischen Gestaltung „vielleicht näher als es ein klassisches Porträt je vermochte“.

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Künstler macht ein Selfie

Sichtlich überwältigt von der Besucherresonanz im allgemeinen und dem Esprit der Laudatio im besonderen, schoss Schwarzenberger, ehe er zu ausgiebigen Dankadressen schritt, zunächst ein Selfie von sich, seinen beiden Vorrednern und der großen Gästeschar - und damit den Vogel ab beim Jahrmarkt der Selbstvergewisserungen und hier und da auch Eitelkeiten.

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Die Ausstellung ist bis zum 25. März zu sehen.


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