Fritz Schwarzenberger porträtiert Kunstschaffende Fotografische Metamorphosen in GMHütte

Viel Freude bei der Annäherung an Kunstschaffende hatte der GMHütter Fotograf Fritz Schwarzenberger. Foto: Petra PieperViel Freude bei der Annäherung an Kunstschaffende hatte der GMHütter Fotograf Fritz Schwarzenberger. Foto: Petra Pieper

Georgsmarienhütte. Dem Wesentlichen im Schaffen von Malern, Bildhauern, Designern, Musikern und anderen Künstlern auf die Spur zu kommen und sich ihm mit den Mitteln moderner Fotografie zu nähern, ist das Anliegen des Fotografen Fritz Schwarzenberger. Am kommenden Sonntag, 4. Februar, wird im Museum Villa Stahmer die Ausstellung mit 28 Porträts von „Kunstschaffenden“, so der Titel, eröffnet.

Schon seit über 30 Jahren fotografierte der Georgsmarienhütter im Auftrag von Kunden Firmenabläufe oder Produkte. Nach einem Ausflug in die Landschaftsfotografie für einen Kalender wagte er sich vor einem Jahr an ein neues Sujet: die Darstellung von Künstlern und ihrer Kunst.

Dem Bauchgefühl gefolgt

Kann man das Wesen eines Menschen, das Wirken eines Künstlers in nur einem Bild darstellen? Nein, diesen Anspruch verfolgt der Fotograf nicht. Aber sich durch Einfühlung anzunähern, war schon sein Ziel. „Ich bin bei dieser Arbeit nicht so sehr rational zu Werke gegangen; ich habe mich getraut, meinem Bauchgefühl zu folgen, und das war eine sehr gute Erfahrung“, unterstreicht Schwarzenberger. Er habe sich durch den Kontakt zu den Kunstschaffenden verändert, sei freier und offener geworden.

Erst reden, dann fotografieren

In umfassenden Vorgesprächen mit den Künstlern, die ihm nicht alle von Anfang an persönlich bekannt waren, und vor allem in der Begegnung mit ihrer jeweiligen Kunst entstanden die Ideen für die äußerst reizvollen und ungewöhnlichen Fotografien, die nicht einem „Schuss“ entsprungen sind, sondern aus mehrschichtigen Bildbearbeitungsprozessen erwachsene Kompositionen darstellen.

Der Osnabrücker Maler Hinrich van Hülsen etwa gruppiert häufig bizarre Gegenstände in seinen Bildern. Schwarzenberger tut es ihm gleich, indem er van Hülsen in einer skurrilen Umgebung am Meer darstellt – auf einer hölzernen Anstellleiter, die – ohne Halt, schwerelos, aber durchaus stabil - in den überaus farbenprächtigen Himmel zu führen scheint. Dem Betrachter obliegt es, Parallelen zur Kunst van Hülsens zu entdecken.

Halb elfenhafte Fee, halb Rübezahl

Ähnlich vielschichtig und zumeist mit einer Prise Humor versehen sind auch die anderen Porträts. So erscheint die Papierkünstlerin Eva Gora - halb elfenhafte Fee, halb Rübezahl - in einem Papierkleid bei der Kartoffelernte, der Maler Robert Meyer – Schwarzenberger zitiert hier ein ureigenes Sujet des Künstlers – unterhält sich am Spieltisch mit seinem Ebenbild, der Meller Cellist Willem Schulz, der dem Fotografen gegenüber geäußert hatte, er würde gern fliegen können, schwebt mit seinem Instrument über den Wolken, und so fort.

Wer wissen möchte, wie weitere Kunstschaffende der Osnabrücker Szene von Fritz Schwarzenberger ins rechte Licht gesetzt wurden und was der Schriftsteller Alfred Cordes, übrigens auch einer der Porträtierten, dazu zu sagen hat, sollte die Ausstellungseröffnung am Sonntag, 4. Februar, um 11 Uhr im Museum Villa Stahmer besuchen. Bis zum 25. März, sind die witzigen und manchmal zum Schmunzeln anregenden Arbeiten zu den normalen Öffnungszeiten dienstags, donnerstags und sonntags im Erdgeschoss des Museums zu sehen. Ein Katalog mit den Künstlerporträts, der zudem „normale“ Porträts sowie ein Statement des jeweiligen Künstlers zu seinem Begriff von Kunst bietet, ist ebenfalls erhältlich.


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