Auf Interessen älterer Mitbürger fokussieren GMHütte macht den nächsten Schritt in Richtung „Beirat 60+“

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Volle Reihen im GMHütter Rathaus: Im Niedersachsensaal ging es unter anderem um die Gründung eines „Beirats 60+“. Foto: Sina-Christin WilkVolle Reihen im GMHütter Rathaus: Im Niedersachsensaal ging es unter anderem um die Gründung eines „Beirats 60+“. Foto: Sina-Christin Wilk

siwi Georgsmarienhütte. „Alter neu denken“. Das war nicht nur der Titel des Fachvortrags, sondern auch das Kernthema der Veranstaltung im Rathaus Georgsmarienhütte, zu der zahlreiche Interessierte erschienen, um sich über Chancen und Risiken einer älter werdenden Bevölkerung auszutauschen. Und nicht nur das: Erklärtes Ziel war es, Bürger für die Gründung eines „Beirats 60+“ zu gewinnen.

Die Prognosen zur demographischen Entwicklung sind eindeutig: Deutschland wird zunehmend älter. Sinkende Geburtenraten und steigende Lebenserwartung werden von Experten als Ursachen genannt. Auch in Georgsmarienhütte macht sich der deutliche Anstieg des Altersdurchschnitts bemerkbar. Helmuth Köhnke, Ehrenamtslotse der Stadt, sieht deshalb dringenden Handlungsbedarf. Sein Ziel ist es einen Seniorenbeirat zu gründen, der sich auf die Bedürfnisse älterer Menschen fokussiert und ein „Umfeld schafft, in dem sich die Altersgruppe wohlfühlt.“ Rund 90 Zuhörer füllten die Reihen während dieser ersten Informationsveranstaltung am Mittwochabend im Niedersachsensaal des Rathauses. „Es ist ein Versuchsballon, den wir jetzt starten. Aktuell ist ein Drittel der Bevölkerung in Georgsmarienhütte älter als 60, bis 2030 steigt der Anteil voraussichtlich auf 50 Prozent“, erklärte Köhnke.

Bertelsmann-Stiftung liefert Erkenntnisse über Alterungsprozesse in Städten

Bereits seit über 18 Jahren beschäftigt sich Hans-Jürgen Rothe von der Bertelsmann-Stiftung mit dem Themenkomplex „Altern“. In seinem Vortrag berichtete er über das Projekt „Neues Altern in der Stadt“. Bereits mehrere Gemeinden haben wertvolle Erkenntnisse in Hinblick auf erforderliche Anpassungsprozesse geliefert. Neben einer umfassenden Ist-Analyse werden Leitbildprozesse gefahren, welche jedoch nicht eins zu eins auf andere Kommunen übertragen werden können, wie Rothe warnte. Stets müssten regionale Unterschiede wie beispielsweise kulturelle Zusammensetzung der Bevölkerung oder vorhandenen Infrastruktur berücksichtigt werden. Jedoch gebe es auch grundsätzliche Herausforderungen, vor die Kommunen gestellt werden. So gebe es noch keine tragbare Struktur für veränderte Wohn- und Lebenssituationen. Und auch soziale Sicherungssysteme müssten sich an realistischen Altersbildern orientieren. Chancen sieht Rothe vor allem in einem generationenübergreifenden Dialog. Er habe die Erfahrung gemacht, dass die „Senioren immer mitgedacht haben: Die Arbeit soll nicht zum Nachteil der Jugend erfolgen.“

Unterstützung eines Beirats 60+ seitens Gemeinde

Köhnke sieht Bildungsangebote, Freizeitaktivitäten, Nachbarschaftshilfen und Nahversorgung als wesentliche Aspekte, die neu gedacht werden müssen, um ältere Menschen zu erreichen und zu vernetzen. Bestehende Initiativen und Organisationen sollen in die Gremienarbeit eines Beirats 60+ eingebunden und gezielt ergänzt werden. Gefragt sei an dieser Stelle das Engagement der Bürger, denn bislang zähle Altenhilfe nicht zu den Pflichtaufgaben der Kommunen.

Dennoch steht das ambitionierte Vorhaben Köhnkes unter guten Vorzeichen: Bereits vergangenes Jahr signalisierten Bürgermeister, Verwaltung und Sozialausschuss ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit einem „Beirat 60+“.

Nächste Veranstaltung am 31. Januar

Die nächste Veranstaltung zum Thema findet am Mittwoch, 31. Januar, um 18 Uhr im Saal Osnabrück im Rathaus Georgsmarienhütte statt. Interessenten sind herzlich eingeladen, Ideen zu konkretisieren und so die Konstituierung eines „Beirats 60+“ zu unterstützen. Die Ausarbeitung einer Satzung ist für Februar geplant.


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