Trendsportart Parkour Große Sprünge in GMHütte

Sich ausprobieren: Das ist’s, was Kinder und Jugendliche am Parkour schätzen. Foto: Stefan BuchholzSich ausprobieren: Das ist’s, was Kinder und Jugendliche am Parkour schätzen. Foto: Stefan Buchholz

Georgsmarienhütte. Parkour – so nennt sich eine Sportart, die beim Turnverein „Gut Heil“ (TVG) viel Zulauf von Kindern und Jugendlichen erhält. Ein Parkourläufer - so erklärt es wikipedia - „bestimmt seinen eigenen Weg durch den urbanen oder natürlichen Raum – auf eine andere Weise als von Architektur und Kultur vorgegeben.“ Was sie können, zeigen sie am Sonntag, 4. Februar.

Parkour, das scheint sicher, ist für viele junge Leute reizvoller als der konventionelle Sportunterricht.Der noch junge Sport kommt aus Frankreich. Von dort gelangte der ursprünglich beim Militär beheimatete Hinderniskurs von der Rödelbahn in den Großstadtdschungel. Jugendliche suchten abseits der vorgesehenen Wege nach Möglichkeiten, Mauern, Geländer und Gebäude schnell und effizient zu überwinden. Wie elegant das ausschaut und wie viel körperliche Fitness es dafür braucht, dokumentieren Youtube-Filmchen.

Boomende Sportart

Beim TVG ist Parkour seit gut vier Jahren trainierbar. Die Idee, die boomende Sportart anzubieten, hatten die Verantwortlichen schon länger. Doch es fehlte ein Übungsleiter, sagt der Vereinsvorsitzende Richard Frankenberg. Durch Zufall erfuhr er von Jury Janz. Der diplomierte Sportlehrer aus Kasachstan unterrichtet zwei Schul-AGs in Bad Laer und GMHütte und weiß, warum Parkour so attraktiv ist. „Statt Runde um Runde zu laufen oder nur immer eine Übung zu wiederholen, ist Parkour abwechslungsreich, weil es eine Kombination aus Akrobatik, Leichtathletik, Trampolin und Turnen ist.“

Parkour-Training in der Halle

Beim TVG findet das Parkour-Training in der Halle statt. Am Anfang steht stets ein Warum-Up. Danach kann sich jeder aussuchen, was er machen möchte: Jury Janz und zwei junge Assistenten helfen etwa bei Sprungtechnik und Saltos. Ansonsten gilt: Üben, üben, üben – allerdings aus eigenem Antrieb heraus.

„Ich stehe auf Abenteuer und gehe gerne an meine Grenzen.“ So klar definiert es Lilly, fragt man die Zehnjährige, warum sie als eines der wenigen Mädchen hier mitmacht. Und Justus (9) schaut einen fast mitleidig an, fragt man ihn, was besser sei: Parkour oder der Sportunterricht in der Schule? „Parkour, natürlich!“

Dinge versuchen, die im Alltag der Kinder und Jugendlichen zu kurz kommen

TVG-Chef Richard Frankenberg erklärt sich die Popularität der Boom-Sportart so: „Sich selber ausprobieren und Dinge versuchen, die im Alltag der Kinder und Jugendlichen zu kurz kommen: Das macht den Reiz aus.“

Da schreckt auch nicht die Trainingszeit am Samstagvormittag von je anderthalb Stunden. Andere Hallentermine gab es nicht, sagt Frankenberg. Über 70 junge Parkour-Begeisterte haben sich trotzdem angemeldet.

Was sie draufhaben, wollen sie Interessierten am Sonntag, 4. Februar, in der Sporthalle der Realschule GMHütte, Carl-Stahmer-Weg 16, von 14 bis 17.30 Uhr zeigen. Neben Demonstrationsübungen gibt es auch Gelegenheit selber bei Parkour-Übungen mitzumachen.


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