Skatclub mit Nachwuchsproblem Zehnte Oeseder Open mit mäßiger Beteiligung

Von Horst Troiza

Aloys Herbers (rechts) hält auch eine Erkrankung der Augen nicht davon ab, dem Skatspielen nachzugehen. Die Runde zusammen mit Egon Menkhaus (links) und Rudolf Weber benutzt deshalb markierte Karten. Foto: Horst TroizaAloys Herbers (rechts) hält auch eine Erkrankung der Augen nicht davon ab, dem Skatspielen nachzugehen. Die Runde zusammen mit Egon Menkhaus (links) und Rudolf Weber benutzt deshalb markierte Karten. Foto: Horst Troiza

Georgsmarienhütte. Bei der zehnten Oeseder Open haben 26 Teilnehmer auf den Stock gereizt. Veranstalter des Skatturniers in der Gaststätte Gildehaus waren die Georgsmarienhütter Klubs Herz Ass Oesede und der Skatclub Harderberg.

Bereits zum zehnten Mal hatten die beiden GMHütter Vereine Spieler mit und ohne Vereinsbindung zum Turnier eingeladen. Der Einladung gefolgt waren 26 Teilnehmer, darunter drei Frauen, die aus dem Bereich Osnabrück, Melle, Bad Rothenfelde und natürlich der Stadt GMHütte kamen. Für die Sieger waren Geldpreise ausgeschrieben, gespielt wurde nach den Regeln des Deutschen Skatverbandes.

Trotz der überschaubaren Anzahl an Spielern war das Turnier nicht weniger reizvoll. Wenn es beim Skat auch weniger lautstark zugeht als bei anderen Sportarten, ging es an den Tischen nicht weniger spannend zu. Wenn etwa ein sogenannter „Nullovert“ gespielt wurde, eine Variante, bei der der Spieler die Mehrzahl der Trümpfe gegen sich hat, war das berühmte Knistern in der Luft zu spüren. Beim Grand mit Vieren war die Sache aber meist eine andere – selten, dass solch ein Spiel verloren geht.

Das Skatspiel zählte einmal zu den beliebtesten Sportarten im Land. Schon Schüler konnten die zehn Karten halten und auf den Stock reizen. Damit ist es heute allerdings vorbei. Manche Clubs zählen nur noch eine Handvoll Mitglieder, Nachwuchs gibt es fast überhaupt nicht mehr. Dabei ist das Spiel abwechslungsreich und spannend. In Kurzform: Benötigt werden drei Spieler, von denen jeder zehn Karten erhält. Zwei Karten bleiben übrig, die verdeckt liegen und auf die gereizt wird, einer Versteigerung ähnlich. Wer den Stock gewinnt, kann die beiden Karten in sein Blatt einpassen, muss aber zwei wieder ablegen. Danach geht das Spiel los. Wer den Stock gewonnen hat, spielt gegen die beiden anderen Spieler. Hier ist Strategie gefordert – und ein Blick dafür, welche Karten wohl noch im Spiel sind. Zum Gewinn benötigt der Spieler 61 Punkte.

„Skat macht Spaß, weil es den Spieler fordert. Mit jedem neuen Spiel ist eine neue Situation gegeben, da muss man sehr spontan sein“, sagt Gerd Böhlau, Pressewart von Herz Ass. Warum das Spiel trotzdem keine neuen Freunde findet, weiß Aloys Herbers, der Vorsitzende des Oeseder Vereins. „Viele können oder wollen nicht mehr zu regelmäßigen Übungsabenden kommen. Außerdem kann man Skat heute im Internet spielen“. Für Herbers ist Letzteres keine Option, er schätzt es, in einer Runde mit Spielern am Tisch zu sitzen.

Heinz Dierker, Vorsitzender des Harderberger Clubs, berichtet, in der Vergangenheit an Schulen Skat-Ags ins Leben gerufen zu haben. Aber auch das sei nur eine begrenzte Zeit von Erfolg gekrönt gewesen, danach hätten wieder „dieselben alten Spieler am Tisch gesessen“.

Abseits der Diskussion um den fehlenden Nachwuchs zeigten die zehnten Oeseder Open aber hervorragend gespielte Partien. Sieger wurde Horst Richter (Herz Bube Ibbenbüren), den zweiten Platz belegte Rainer Lohmann (Aschener Buben), und auf dem dritten Rang fand sich Andreas Langenkamp ( Herz Ass Oesede) wieder. Bei der Tandemwertung lagen Egon Kordes und Rainer Lohmann (Aschener Buben) vor Horst Richter und Monika Kiese-Lühen(Herz Bube Ibbenbüren/1. SC Melle) und Klaus Firzlaff und Heinz Dierker (SC Harderberg).