Johannes-Voetlause-Preise 2018 Ehrenamtliches Engagement auf dem Land gewürdigt

Von Andreas Wenk


awen Georgsmarienhütte. Die Katholische Landvolkhochschule Oesede hat am Wochenende die diesjährigen Gewinner ihres Johannes-Voetlause-Preises gekürt. Gewürdigt wurden Menschen und Initiativen, die sich in besonderer Weise im ländlichen Raum engagieren.

Bereits in seinem Referat auf dem Landwirtschaftstag der Katholischen Landvolkhochschule Oesede (KLVH) hatte Weihbischof Wilfried Theising sich überzeugt davon gezeigt, dass Johannes Voetlause mit der Vergabe des nach ihm benannten Preises an die diesjährigen Empfänger höchst zufrieden gewesen wäre. Voetlause war von 1957 bis 1989 Leiter der KLVH. Die lobt den jeweils mit 1000 Euro dotierten Johannes-Voetlause-Preis gemeinsam mit der Katholischen Landjugendbewegung, den Landfrauen Weser-Ems und dem Landvolk Weser-Ems aus. Ziel ist es, Personen, Initiativen und Vereine zu fördern und zu würdigen, die sich in besonderer Weise im ländlichen Raum engagieren. Außerdem gelte es, das ehrenamtliche Engagement in den Vordergrund zu rücken, betonte Hochschulleiter Johannes Buß.

Weiterlesen: Debatte über Landflucht, Tierschutz und Digitalisierung

„Landwirtschaft für kleine Hände“

In der Kategorie „Frauen“ ging der Preis für 2018 an Monika Bergmann, Maria Ebbeskotte und Birgit Wahmhoff für ihr Engagement bei der landesweiten Aktion „Landwirtschaft für kleine Hände“. Bei der Preisverleihung auf dem Landwirtschaftstag in der KLVH berichteten sie davon, wie sie Kindern das Leben auf dem Bauernhof jenseits der Bilderbuchidylle und die modernen Arbeitsabläufe in Ackerbau und Viehzucht spielerisch nahebringen. Dabei würden sie von ihren Männern unterstützt. Für die sei es schließlich ein Kinderspiel, Begeisterung für schwere Landmaschinen zu wecken.

Der Preis in der Kategorie „Gemeinwesen“ ging ebenfalls ins Osnabrücker Land – an das Freiwilligenforum im Kirchspiel Enger mit der Initiative „Rat und Tat“. Dort kümmern sich, unterstützt von der Stadt Bramsche, „jüngere Ältere“ um „ältere Alte“, bringen sie zum Arzt oder zum Einkaufen, stehen als Ansprechpartner zur Verfügung oder auch mit Beratung. So etwa, wenn es darum geht, Ansprüche aus der Pflegeversicherung zu beantragen. Die Zahl der ehrenamtlichen Helfer in diesem Bereich ist mittlerweile auf 50 angestiegen.

Tabuthema Suizid

Das „Team U 25“ des Caritasverbandes für den Landkreis Emsland hat den Preis in der Kategorie „Jugend“ gewonnen. Hier haben sich junge Leute des Tabuthemas Suizid angenommen und beraten andere junge Menschen. Das Angebot sei anonym und niedrigschwellig und reiche vom einmaligen Kontakt bis hin zu einer mehrmonatigen, in einzelnen Fällen sogar mehrjährigen Betreuung. Die Helfer in diesem schwierigen Metier absolvieren zuvor eine viermonatige Ausbildung.

Sonderpreis für Austausch mit Togo

Ein Sonderpreis geht in diesem Jahr an die Katholische Landjugendbewegung im Oldenburger Land für ihr Projekt, einen seit 1972 existierenden Austausch mit Tsévié in Togo kontinuierlich mit Leben zu füllen. Dabei geht es unter anderem darum, Spenden zu sammeln und gegenseitige Besuche zu ermöglichen und anderen Landjugendgruppen ein Bild von der Lage und den Lebensbedingungen in Togo zu vermitteln.