Ein Artikel der Redaktion

Stoffkünstlerinnen am Werk Nähprojekt „Reißverschluss“ verkauft individuelle Kindersachen in GMHütte

Von Anke Herbers-Gehrs | 21.08.2019, 17:31 Uhr

Neun nähbegeisterte Frauen fertigen seit sechs Terminen Kinderkleidung im Familienzentrum Maries Hütte – das Ergebnis kann sich sehen lassen. Inzwischen ist schon ein ganzer Tisch voller Unikate zusammengekommen. Das bedeutet, der Verkauf kann beginnen. Der Erlös soll Maries Hütte zugutekommen.

Nähen, Reden, Lachen, und das alles für einen guten Zweck, das ist das Motto des Projekts. Initiatorin Christiane Schneider hatte die Idee dazu woanders gesehen, dort als Projekt einer Kirchengemeinde. In Maries Hütte fand Schneider bereitwillige Unterstützung. Hier stehen Räume zur Verfügung und Nähmaschinen – die Teilnehmerinnen bringen allerdings ihre Maschinen zum Teil selbst mit. „Das ist nichts für Anfänger, hier machen Laien mit sehr großer Näherfahrung mit und auch Profis, wir haben zum Beispiel eine Schnittdirectrice dabei“, so Christiane Schneider. Entsprechend kunstvoll gearbeitet sind die Werkstücke: Wickeltaschen mit praktischen Windelhalterungen, Hüllen für Pixi-Bücher, Nackenröllchen, Patchwork-Decken, Kleidchen, Hosen, Hemden komplett mit Knopfleiste und Kragen – alles in stilvollen Stoffmustern. Eigene Erfahrungen fließen in die Fertigung mit ein, so hat die mit 35 Jahren bisher jüngste Teilnehmerin den Vorschlag gemacht, kleinere Stillkissen zu nähen, da die normalen auf der Reise, zum Beispiel im Auto, viel zu voluminös sind.

Stefanie Langer-Vossik ist eine der Teilnehmerinnen, bei der das Nähen zum Beruf gehört. Vor ihrem Lehramtsstudium hat sie Modedesign studiert. Jetzt ist sie Lehrerin an der Comenius-Schule in Georgsmarienhütte und leitet dort in der Schülerfirma junge Frauen beim Nähen an. Ideen aus der Schülerfirma bringt sie in Maries Hütte mit ein und bekommt auch beim „Reißverschluss“ wieder neue Anregungen.

Aber auch wenn man nicht zu den „Nähkünstlerinnen“ gehört, ist man hier gerne gesehen. „Geradeaus nähen kann ich“, sagt eine Teilnehmerin von sich, „ich mach die einfachen Sachen.“ Zum Beispiel nähen, was andere zugeschnitten haben. Im Moment sitzt sie an der Overlock-Maschine, mit der sie ein leuchtend türkisfarbenes Oberteil professionell säumt. Solche speziellen Nähmaschinen hat man meistens nicht zu Hause. Ihre Motivation, zum Nähprojekt zu kommen: „Ich bin frischgebackene Rentnerin und dachte mir, jetzt muss ich unter Leute.“

Genau das ist neben dem guten Zweck Sinn der Sache und namensgebend: Der „Reißverschluss“ soll Menschen verbinden, junge und alte, unterschiedlicher Herkunft, so erklärt es Christiane Schneider. Sie selbst hat übrigens, trotz ihres Nachnamens, mit dem Nähen nichts zu tun. Sie übernimmt die Organisation, was zurzeit vor allem bedeutet, Verkaufsmöglichkeiten zu finden. Während der Kurszeiten jeden 1. und 3. Montag im Monat von 15 bis 18 Uhr können die handgefertigten Kindersachen in Maries Hütte erworben werden. Über weitere Verkäufe zum Beispiel in Kindergärten finden gerade Gespräche statt.