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Ausstellung des Kunstkreises „Durchblick“ in der Villa Stahmer in Georgsmarienhütte

Von Michael C. Goran | 20.05.2019, 13:38 Uhr

Kreatives Schaffen verbindet sie seit 35 Jahren: Über 20 Kunstschaffende unterschiedlichen Alters des Kunstkreises Georgsmarienhütte sorgten für ein volles Haus im Museum Villa Stahmer. Mit der Eröffnung der Ausstellung „Durchblick“ am 19. Mai stellten die Künstler aktuelle Werke dem Publikum vor.

Den Besuchern bot sich ein Mix aus Gemälden, Installationen und Plastiken. „So sind ganz unterschiedliche inhaltliche und künstlerische Ansätze gewählt worden, um das Thema Durchblick zu bearbeiten“, sagte Helmut Lücke, Vorsitzender des Kunstkreises. Dabei konnten Besucher die Kunstwerke auch aktiv erleben. Installationen und Skulpturen eröffneten den „Durchblick“ auf besondere Erlebnisse.

„Durchblick hat man oder nicht!“, witzelte Lücke während seiner Eröffnungsrede. Durch die Werke kann der Rezipient gesellschaftliche Probleme unserer Zeit durch das Künstlerauge erfassen. Die Vielfalt präsentierte sich durch die unterschiedlichen Techniken, die auch miteinander vermischt wurden. Ein Aktionskoffer mit Brillen und anderen Objekten sorgte für neue Perspektiven, die sich interaktiv erleben ließen.

Etwa beim Ölgemälde „Labyrinth“ von Thomas Oberhoff geht es um die optische Wahrnehmung „Das soll mehr oder weniger den Prozess darstellen, der beim Durchblick in einem selbst passiert“, erklärte Oberhoff. Beim bereits verkauften Gemälde „Tertris“ dreht sich alles um das Abstrakte. Das Werk ist so konzipiert, dass es kein oben oder unten hat, sondern mit jeder Seite aufgehängt werden kann.

Oberhoffs Frau Mareike erschafft Skulpturen und setzt dabei Bronzefiguren in Szene. Bei ihrem Werk „Durchblick“ kann der Rezipient durch einen Durchgang blicken und am Ende eine Figur entdecken. Dadurch wird der Stein zum perspektivischen Felsen. „Auf der anderen Seite steht ein Bronzefigürchen aus einer verlorenen Form“, sagte Mareike Oberhoff. Die Form wird bei der Herstellung der Figur zerstört, sodass diese nicht vervielfältigt werden kann. „Ein absolutes Original.“

In Robert Meyers Kunst steht immer der Mensch im Zentrum. Seine Motive sind realistisch und skurril. So erwischt sich etwa die selbe Person beim Gucken durch ein Schlüsselloch, weil sie gleichzeitig auf beiden Seiten steht. „Meine Bilderwelt ist der skurrile Realismus“, erklärte Meyer. „Ich bringe auch gerne Dinge zusammen die eigentlich schwer zusammengehören.“

Der scheidende Bürgermeister Ansgar Pohlmann freute sich, dass so viele Künstler nach Georgsmarienhütte gekommen waren und im Kunstkreis mitwirkten: „Das zeigt schon das die Landschaft der Kunst im Osnabrücker Land nicht nur auf eine Gemeinde fokussiert ist, sondern das es keine Grenzen gibt.“ Dagmar Bahlo, designierte Bürgermeisterin, nahm ebenfalls an der Eröffnung teil. Inge Becher, Leiterin des Museums, würdigte Pohlmann für seine Arbeit für das Museum: „Ansgar Pohlmann hat uns hier acht Jahre lang begleitet. Geschichte, Kunst, Begegnung, in allen drei Gruppen hat er uns mit allen Möglichkeiten unterstützt.“