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Wohnzimmer wird Hörfunkstudio Radiosender zeichnet Heiligabend-Sendung in Geeste auf

Von Heiner Harnack | 22.12.2014, 19:30 Uhr

An Heiligabend und Silvester verbringen auch Prominente aus der Unterhaltungsbranche ihre Zeit lieber mit ihren Familien und Freunden. Daher zeichnen die Radio- und Fernsehsender oft im Voraus ihre Sendungen auf. So auch die Ems-Vechte-Welle, bei der Ingo Mertineit aus Geeste moderiert.

Mertineit hatte einige Zeit investiert, um die Hörfunktechnik in seinem Wohnzimmer zu installieren. Dazu, passend zu einer Sendung an Heiligabend, stand auch der festlich geschmückte Tannenbaum schon in der Wohnung. Wer allerdings den großen Übertragungswagen vor dem Haus gesucht hätte, wäre enttäuscht worden. Im Zeitalter der Digitaltechnik, so Mertineit, reichten hier ein Laptop, ein Mehrkanalmischpult, vier Mikrofone und viele Meter Kabel völlig aus. Dazu ein Telefon für die Schaltgespräche zu weiteren Gästen der Sendung, und nach einem Soundcheck konnte es losgehen.

Als Gäste hatte Mertineit den Schauspieler Frank Montenbruck, bekannt aus der TV-Serie „Stromberg“, den Moderator Hartmut Aden von Radio Weser und den Sänger Peer Wagener eingeladen. Um an Heiligabend die Sendung für die Hörer möglichst authentisch wirken zu lassen, hatte Mertineit noch Kaffee, frische Brötchen mit Marmelade und alles, was zu einem guten Frühstück passt, um die Mikrofone postiert. Da fiel dann auch schon einmal die Kaffeekanne um, die Brötchen knackten und Geschirr und Besteck klapperten. Der Geester Radiomann betonte, dass man keine klinisch reine Produktion abliefern wollte und so wird der Hörer am 24. Dezember ab 9.03 Uhr für vier Stunden das Gefühl haben, direkt dabei zu sein.

Aus Bremen war Mertineits Kollege Hartmut Aden angereist, der in der Branche als wandelnde Schlagerlegende gilt und, so der Ems-Vechte -Mann, so ziemlich alles über deutschsprachige Musik weiß. Übrigens zeichnet den Norddeutschen ein Hobby aus, das man eher im Hessischen vermuten würde: Aden ist stolzer Besitzer von rund 300 Bembeln. Die grau-blaue Steingutkanne erlangte nationale Berühmtheit durch die Sendung „Zum blauen Bock“ mit dem kürzlich verstorbenen Heinz Schenk als Moderator. 30 der Gefäße, in die das hessische Nationalgetränk Äppelwoi gefüllt wird, stammten, so Aden, tatsächlich aus der Produktion des Hessischen Rundfunks.

Kurz bevor die Aufzeichnung startete, erzählte Mertineit noch, dass lediglich die Dialogstücke im Wohnzimmer produziert würden. Die Musikteile sollen später im Lingener Studio dazugemischt werden. Das Quartett plauderte dann im lockeren Ton über das fast zurückliegende Jahr, eigene Weihnachtsbräuche und Pläne für das kommende Jahr.

Ein besonderes Weihnachtsbonbon für die Hörer war die Schaltung an den Starnberger See. Von hier meldete sich der populäre Sänger Patrizius, der schon in den 50er-Jahren mit der Gruppe Nilsen-Brothers den Hit „Aber dich gibt’s nur einmal für mich“ landete. Später errang der Sänger mit dem feinen Bass-Bariton große Erfolge mit den Viel-Harmonikern. In der kalten Jahreszeit, berichtete der Barde, könne man bei Stimmproblemen diese gut mit Salbei bekämpfen. Im Übrigen würden Gummibärchen auch sehr gut bei trockenem Hals helfen.

Um der Sendung einen glaubwürdigen Charakter zu verleihen, tauschten Mertineit und seine Gäste schon vorab die Weihnachtsgeschenke aus. Das Papierrascheln wird an Heiligabend übrigens auch zu hören sein.