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Politiker informieren sich Grüne besuchen Moorprojekte im Emsland

Von Tobias Böckermann | 15.06.2016, 08:34 Uhr

Eine Delegation der grünen Landtagsfraktion hat sich im mittleren Emsland über die Renaturierung von Mooren und die damit verbundenen Herausforderungen informiert.

Bei einem Besuch des Dalum-Wietmarscher Moores, des Naturschutzgebietes Meerkolk und des Emsland Moormuseums erläuterte Eberhard Masch, Leiter der Staatlichen Moorverwaltung in Meppen, dem umwelt- und energiepolitischen Sprecher Volker Bajus, der wasserpolitischen Sprecherin Regina Asendorf und dem naturschutzpolitischen Sprecher Hans-Joachim Janßen die Geschichte der Moornutzung im Emsland. Sie reichte vom Emsland-Plan zur Gewinnung landwirtschaftlicher Böden in der Nachkriegszeit bis zum großflächigen Torfabbau. In den letzten Jahrzehnten rückte zunehmend die Bedeutung der Moore als Naturraum in den Fokus.

Polderdämme aus Torf

Weil man das Dalum-Wietmarscher-Moor aufgrund seiner Größe zu Fuß kaum durchschreiten kann, nutzte die Gruppe, zu der auch Norbert Knape von den emsländischen Grünen zählte, einen Traktor samt Anhänger zur Fortbewegung. Eberhard Masch erklärte, die Moorverwaltung habe bei der Wiedervernässung der Moore stets mit ein und demselben Problem in drei Varianten zu tun: Das Wasser bleibt nicht, wo es bleiben soll. Und zwar erstens, weil es versickert. Zweitens, weil es verdunstet, und drittens, weil es seitlich abfließt.

Gegen Letzteres bauen die Moorfachleute sogenannte Polderdämme aus Torf. Drei bis vier Meter breit und einen Meter hoch bilden sie Kammern auf zunächst planebener und meist staubtrockener Torfwüste. Regen fällt in die neuen Kammern, der Boden saugt sich voll, und wenn nach Jahren genügend Wasser angesammelt ist, kommen in die leicht überstauten Flächen auch die ersten Torfmoose zurück.

Wo das nicht schnell genug oder wegen tiefgründiger Bodenverwundung niemals möglich sein wird, setzen die Moorfachleute Schafe zur Beweidung ein. Sie halten die Vegetation für seltene Arten wie den Goldregenpfeifer, Wiesenvögel oder Moorpflanzen offen, die ansonsten von einem dichten Birkenwald verdrängt würden.

„Zwei Interessen“

Masch erläuterte an einem im Bau befindlichen Schutzzaun gegen das Eindringen des Wolfes, dass das zurückkehrende Raubtier im Naturschutz durchaus Probleme bereite. Denn der Schutz der pflegenden Weidetiere sei nur sehr schwer und mit erheblichem finanziellem Aufwand möglich – wenn überhaupt. „Hier streiten sich zwei Naturschutzinteressen“, sagte Masch.

Am Meerkolk, dem letzten Rest intakten Hochmoores auf der deutschen Seite des Bourtanger Moores, erläuterte er die Schwierigkeiten, die mit der Rettung des mehrere Meter über der Landschaft stehenden, Wassergefüllten Gebietes verbunden sind.

Beim Besuch des Moormuseums betonte der Grünen-Abgeordnete Volker Bajus die wachsende Bedeutung des Tourismus im Emsland: „Das Moormuseum ist ein Magnet für Besucher aus Deutschland und den Niederlanden. Hier wird ein wichtiger Teil der emsländischer Geschichte greifbar und direkt vor der Tür können Besucher Exkursionen in die unter Schutz gestellten Moorgebieten machen.“