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Musik und altes Handwerk Buchweizenblütenfest beim Moormuseum in Geeste

Von Werner Scholz | 27.07.2014, 20:00 Uhr

Beliebt wie eh und je ist das Buchweizenblütenfest am Emsland-Moormuseum in Geeste-Groß Hesepe, das zum 18. Mal gefeiert wurde.

Obwohl es zunächst nach Regen aussah, lachte am Mittag schließlich doch die Sonne und mit ihr strahlten auch die etwa 1200 Besucher. Denen bereitete die farbenfrohe Mixtur aus Tradition, Handarbeiten, kulinarischen Leckerbissen wie den Buchweizen-Pfannkuchen, auch als „Baukwaiten-Pannekauken“ bekannt, und das frisch gebackene Brot helle Freude. Für Musik und Unterhaltung war wieder gesorgt.

Mit von der Partie waren wieder Mitglieder der Volkstanz- und Brauchtumsgruppe aus Schale, Kreis Steinfurt, die zeigten, wie Flachs verarbeitet wird, wie sich Sauerkraut von Hand herstellen lässt und wie gebuttert wird. Für Kinder gab es knifflige Geschicklichkeitsspiele, bei denen es galt Zauberkisten zu öffnen, kleine Holzfiguren zusammenzubekommen oder zu zerlegen. Dass die neugierig gewordenen Väter gleich mit experimentierten, versteht sich von selbst. Der kulinarische Höhepunkt war der Genuss der Buchweizen-Pfannkuchen, die die Damen des Heimatvereins Geeste liebevoll und in bester Laune zubereiteten, während im Hintergrund die Rastdörper Burloss Speelers herzhaft aufspielten und allerlei frische Düfte zugleich den Appetit anregten.

Traditionsgemäß waren wieder die Wäscherinnen aus Twist mit ihren Zinkwannen und Waschbrettern aus der Ära vor unseren Waschmaschinen, sowie die Spinnerinnen aus Twist und Fullen zu bewundern. Dazu gesellten sich die Dengler und Seiler. Für nicht wenige Besucher war es verblüffend zu beobachten, wie dicke und belastbare Seile mit einfachen Methoden von Hand zusammengedreht wurden. Beim Dengeln wiederum gilt es, aus dem Handgelenk heraus zu arbeiten und die Sensen mit Geduld und Geschicklichkeit in Form zu bekommen.

Mit seinen 20 Ständen hat der Markt einen stattlichen Umfang erreicht, was die Besucher dazu animierte, in aller auf Entdeckungsreise zu gehen und sich dem Einkauf handgefertigter Seifen, Socken, Kissen, Vogelhäuser, Kunstgegenstände, Honig, Marmelade und Heidelbeeren zu widmen.

Schon am Abend zuvor wurde damit begonnen, das Backhaus vorzuheizen, damit wieder rechtzeitig das beliebte frische Steinofen-Brot fertiggebacken werden konnte.

Für Unterhalten sorgten die „Danz-Wichters“ vom Heimatverein Geeste mit ihrem Tänzen. Wer es hingegen ruhiger mochte, konnte die Gelegenheit nutzen, sich in den Kräuter- und Gemüsegarten zurückzuziehen. Der Garten ist mit viel Liebe angelegt, in seiner Vielfalt an Pflanzen eine Augenweide und für Gartenfreunde eine Inspiration.

Zudem lud die Moorbahn stündlich dazu ein, die Moorlandschaft kennenzulernen und sich während einer gemütlichen Fahrt durch die Natur zu entspannen. Insgesamt wurde den Besuchern erneut ein farbenprächtiges Fest geboten, das durch seinen geradezu familiären Charakter bei Jung und Alt für Begeisterung sorgte.