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Auf dem Weg zur Nachhaltigkeit Ministerin Honé informiert sich in Geeste über Projekte

Von Manfred Fickers | 12.05.2019, 08:41 Uhr

Wie Biotechnik Umweltprobleme lösen kann, hat Landesministerin Birgit Honé (SPD) bei eine Besuch in Geeste erfahren.

Die Niedersächsische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung besucht von der Europäischen Union geförderte Projekte. Dazu gehören die Forschungsvorhaben unter dem Begriff Bioökonomie im Non-Foodsektor, die dazu beitragen sollen, Rohstoffvorkommen und das Klima zu schonen. Im Innovation und Research-Center der Klasmann-Deilmann GmbH in Geeste-Groß Hesepe, präsentierten das Unternehmen, die Ems-Dollart-Region und das 3N-Kompetenzentrum, Werlte, neue Erkenntnisse.

Der Substrathersteller Klasmann-Deilmann sucht Alternativen zum Rohstoff Torf, der bislang für die Produktion von Erden zur Pflanzenzucht unverzichtbar war. Selbst der Bio-Gartenbau könne noch nicht ganz darauf verzichten, erklärte Geschäftsführer Moritz Böcking. Das Produkt muss Wurzeln Halt geben, Wasser speichern und Luft aufnehmen. Es darf nicht nährstoffreich sein, denn Dünger muss gesondert hinzugefügt werden, um Pflanzen optimale Wachstumsbedingingen zu bieten. Die Ministerin sah eine große Anzahl Alternativstoffen, die in der Produktion und in Gewächshäusern getestet werden.

Seit 2016 experimentiert Klasmann-Deilmann begleitet von der Universität Hannover und dem Thünen-Institut Braunschweig mit dem Anbau von Torfmoosen auf ehemaligen Torfabbauflächen. Durch die dabei entwickelten Verfahren bilde sich viel schneller als bei der klassischen Vorgehensweise eine geschlossene Torfmoosdecke, fasste der beim Unternehmen für Nachhaltigkeit verantwortliche Jan Köbbing die Erfahrungen zusammen. Geschäftsführer Böcking meint, dass man damit die vom Moorbrand geschädigten Flächen in der Tinner und Staverner Dose schneller wieder in einen natürlichen Zustand bringen könnte.

Anita Buijs, Projektmanagement Bio-Ökonomie der Ems-Dollart-Region stellt die zahlreichen Forschungsvorhaben in Unternehmen und Hochschulen im Gebiet zwischen Ijsselmeer und Weser vor. Als Beispiele nannte sie die Entwicklung biologisch abbaubarer Kunststoffe, den 3-D-Druck mit biobasiertem Material, den Mikrospritzguss mit Bioplastik und nachhaltige Fasern aus recyceltem Kunststoff. Dabei wurden kompostierbare Bindematerialien für den Gartenbau entwickelt, was das Restmüllaufkommen in den Gärtnereien deutlich vermindert. Ein Biosubstrat kann im Gartenbau Steinwolle ersetzen. Und es wird an ein Haus aus biobasierten Materialien gebaut.

Den Wert der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit machte Marie-Luise Rottmann-Meyer, Geschäftsführerein des 3N-Kompetenzzentrums an weiteren Beispielen deutlich. "Der Wissenstransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft ist ein großer Mehrwert für Niedersachsen", sagte sie. 53 Betriebe und wissenschaftliche Einrichtungen arbeiten in der Grenzregion daran, den Ressourcenverbrauch zu senken.

Die Ministerin hatte offensichtlich aufmerksam zugehört. Denn immer wieder berichteten die Fachleute von bürokratischen Hindernissen, weil die neuen Methoden und Produkte nur schwer in die gesetzlichen Regelwerke einzuordnen sind. "Wir müssen weiter an den Rahmenbedingungen für Nachhaltigkeit arbeiten", beschrieb Honé die Aufgabe der Politiker.