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Libellen auf der Spur Naturfotografen im Emsland-Moormuseum bei Geeste

Von Andreas Schüring | 21.06.2016, 16:11 Uhr

Mehr als 20 renommierte Naturfotografen aus allen Teilen Niedersachsens waren der Einladung der Gesellschaft Deutscher Naturfotografen (GDT) ins Emsland-Moormuseum in Groß Hesepe gefolgt.

Museumsleiter Michael Haverkamp, selbst Fotograf aus Leidenschaft, unterstrich in seiner Einführung neben kulturhistorischen Aspekten die hohe Wertigkeit der verbliebenen Hochmoore für Fauna und Flora. Burkhard Kriesten, GDT-Regionalgruppenleiter, war sichtlich beeindruckt von den renaturierten Reliktflächen. Organisator Haverkamp hatte den Niederländer Jan Rock, staatlich autorisierter Naturführer im Bargerveen, als naturkundliche Leitung gewinnen können. Er überzeugte durch seine unglaubliche Artenkenntnis und vermittelte viel Wissenswertes zur Entwicklung des revitalisierten Hochmoorkomplexes.

Naturschutzgebiet Bargerveen

Das über 2600 Hektar große Naturschutzgebiet Bargerveen zählt nach der europäischen Vogelschutzrichtlinie zu den international bedeutenden Schutzgebieten. Unter Regie der niederländischen Forstverwaltung mutierte der degenerierte Hochmoorkomplex, Teil des Bourtanger Moores, in den vergangenen 50 Jahren zu einem Naturreservat mit den mannigfaltigen Facetten eines lebendigen Feuchtbiotopes. So erwarten den Besucher neben Kleinoden der Tier- und Pflanzenwelt Wasserflächen, Heidegebiete, Birkenwälder und revitalisiertes Hochmoor.

Spagat gemeistert

Die Niederländer haben hier den schwierigen Spagat zwischen Naturschutz und Tourismus vorbildlich gemeistert. So kann das Gebiet zu Fuß auf gut erschlossenen Wanderwegen erkundet werden. Zahlreiche Aussichtspunkte sowie ein Vogelbeobachtungspunkt erschließen den Blick auf Wat- und Wiesenvögel.

Schwerpunkt Libellen

Schwerpunkt der GDT-Veranstaltung waren Libellen . Sie können in der Luft stehen, rückwärts fliegen, senkrecht in die Höhe schießen und Loopings drehen, und das Ganze blitzschnell, für das menschliche Auge kaum wahrnehmbar. Darüber hinaus zählen sie zu den farbenprächtigsten Sechsbeinern, die die Natur hervorgebracht hat. Farbpigmente unter der Haut respektive in der Wachschicht auf ihrer Oberfläche lassen sie je nach Sonneneinstrahlung, Blickwinkel, Temperatur und Lebensalter in allen nur erdenklichen Farben glänzen. Das gesetzte Ziel war sicherlich nicht, sie abzulichten, vielmehr sollte hier eine Region erschlossen werden, die für den Makrofotografen alle erdenklichen Möglichkeiten bieten. Immer wieder begaben sich Fotografen zwar auf die Ebene der Sechsbeiner und ließen ihre Hightech-Kameras klicken, aber die Meisten werden sicherlich wiederkommen und hier alleine in Ruhe ihrer kreativen Passion folgen.

Vielfältigkeit

Rocks zeigte die Vielfältigkeit eines Lebensraumes auf, der durch menschliche Hilfe wieder ganz langsam beginne zu atmen. Torfmoos, Wollgras und Sonnentau, Kreuzotter und Moorfrosch, Libellen und Schmetterlinge, Bekassine und Brachvogel, sie alle seien als Zeugen der vergangenen Schönheit bereits zurückgekehrt. Im Winter werde das Gebiet von nordischen Schwänen als Rastplatz genutzt.