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Künstlerische Spurensuche Emsland Moormuseum eröffnet Ausstellung „Das Bourtanger Moor in Malerei und Grafik“

Von Iris Kroehnert | 25.07.2016, 14:00 Uhr

Im Rahmen des Projekts „Land der Entdeckungen 2016“ hat das Emsland Moormuseum in Geeste am Sonntag die Sonderausstellung „Das Bourtanger Moor in Malerei und Grafik“ eröffnet. Rund 60 Arbeiten von Künstlern, die im Emsland leben oder gelebt haben, sowie aus den Niederlanden sind bis zum 30. Oktober 2016 zu sehen.

Das Bourtanger Moor galt in früheren Zeiten als der größte europäische Hochmoorkomplex. Im ausgehenden 19. sowie im frühen 20. Jahrhundert erfuhr die Landschaft im Grenzgebiet zwischen den Niederlanden und Norddeutschland eine enorme Veränderung.

Das Emsland Moormuseum begibt sich mit seiner aktuellen Sonderausstellung auf eine ganz besondere Spurensuche, denn Künstler aus verschiedenen Jahrzehnten und Jahrhunderten arbeiteten im Moor und legen so Zeugnis ab von den landschaftlichen Veränderungen, aber auch vom Leben der Moorkolonisten. Die Ausstellung richtet ihr Hauptaugenmerk auf Künstler vor Ort, die einer breiten Öffentlichkeit bis heute eher unbekannt geblieben sind. Aber auch der international bekannte Künstler Otto Pankok ist mit einem Werk vertreten.

Wenige sind bekannt

Die Einführung in die Ausstellung nahm die Kunsthistorikerin Christiane Kerrutt von den Städtischen Museen in Rheine vor. Sie berücksichtigte nicht nur die im Emsland geborenen und lebenden Künstler, sondern auch solche, die sich vorübergehend in der Region aufhielten.

Tatsächlich haben nur wenige Künstler, wie zum Beispiel Otto Pankok, einen großen Bekanntheitsgrad erreicht. Die Präsentation im Emsland Moormuseum rückt jedoch vielmehr Arbeiten von Otto Reer sowie Karl Meier oder auf der niederländischen Seite von Geert Hendrik Streuman oder Anne Lamfers, um nur einige zu nennen, in den Blickwinkel des Betrachters.

Schönheit der Landschaft

Auch noch lebende Künstler, etwa die Lingenerin Heidemarie Albers, werden in der Ausstellung berücksichtigt. Albers, die mit vier Arbeiten – Aquarelle und ein Acrylbild – vertreten ist, wohnte der Ausstellungseröffnung bei. Sie berichtet, dass sie die ersten 14 Jahre ihres Lebens in Groß Hesepe verbrachte. „Das Moor hat mich bis heute geprägt“, sagt sie und fügt hinzu, „ich habe das Leben dort nie als einsam empfunden, sonders als spannend.“ Dies bringen auch ihre Arbeiten zum Ausdruck. Gleichfalls ist es ihr ein Anliegen, die Schönheit der Landschaft einzufangen. (Weiterlesen: Naturfotografen im Emsland-Moormuseum)

Robert Fitzner aus Meppen steuerte zur Ausstellung eine Federzeichnung bei, die sein Großvater Heinrich Prahl etwa um 1935 gefertigt hat. Sie zeigt das Ledigenheim, das an zentraler Stelle in Groß Hesepe stand und Ende der 1980er-Jahre abgerissen wurde. Es musste einer Werkserweiterung Platz machen. Fitzner kann sich noch gut an das Gebäude erinnern, denn es wurde ab 1924 von seinem Großvater geleitet. „Es stand vor den Klasmann-Werken“, weiß er und beschreibt, „im Erdgeschoss war ein Geschäft untergebracht, später auch eine Gaststätte, die von wechselnden Pächtern betrieben wurde.“

Aus Museen und Privatbesitz

Neben privaten Leihgaben steuerten auch verschiedene Museen, wie zum Beispiel das Emslandmuseum Schloss Clemenswerth, oder Einrichtungen, wie die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim, Arbeiten von Künstlern bei. Organisiert und zusammengestellt wurde die Ausstellung vom stellvertretenden Museumsleiter Ansgar Becker.

Das Themenjahr „Land der Entdeckungen 2016“ wird erstmals vom Kulturnetzwerk Weser-Ems veranstaltet. Eine Vielzahl an Ereignissen, wie Ausstellungen, Vorträge, Ausflüge oder Workshops, laden in der gesamten Region zum Entdecken ein. Das Kulturnetzwerk wird gebildet von der Emsländischen, Oldenburgischen und Ostfriesischen Landschaft sowie der Nationalparkverwaltung „Niedersächsisches Wattenmeer“.