Ein Artikel der Redaktion

Geld für Forschung fehlt noch Gemeinde Geeste und der Zeitraum 1930 bis 1950

Von Manfred Fickers | 28.06.2016, 20:15 Uhr

Um Geld für die Erforschung des Zeitraums 1930 bis 1950 im Gebiet der Gemeinde Geeste zu bekommen, wird ein Förderantrag gestellt.

Es gibt zwar Darstellungen zu einzelnen Ereignissen und Themen in diesem Zeitraum, aber vieles ist noch unerforscht. Und dass obwohl die Gemeinde in diesen zwei Jahrzehnten eine Prägung erhielt, die bis heute sichtbar geblieben ist.

In der Weltwirtschaftskrise ab 1930 entstand Dalum-Siedlung, der Freiwillige Arbeitsdienst und nach 1933 der Reichsarbeitsdienst sollten das Bourtanger Moor erschließen. Die Gefangenenlager Dalum und Groß Hesepe wurden ab 1939 für Kriegsgefangene und Dalum 1944/45 für Konzentrationslagerhäftlinge genutzt. Mehr als 8000 Tote liegen auf dem Gefangenenfriedhof in Dalum-Rull. 1942 ist die erste Erdölsuchbohrung in Dalum fündig geworden. Ausgehend vom Ölwerk entwickelte sich hier ein Industriegebiet.

Auf der anderen Emsseite wurde die Auflösung des Gutes Osterbrock 1933 als Folge der Weltwirtschaftskrise zum Startzeichen der Entwicklung eines Dorfes. Während des Zweiten Weltkriegs 1939 bis 1945 war die Schleuse Varloh Ziel von Luftangriffen und Einsatzort von Jugendlichen an Flugabwehrkanonen. Stumme Zeugen des Kriegs sind die Denkmäler für die Gefallenen in den Ortsteilen der Gemeinde. Siedlungen wie Neu-Geeste, Dalum Neuer Kamp, Groß Hesepe-Moormitte und Osterbrock-Siedlung lassen die Folgen von Flucht und Vertreibung von Deutschen aus Ostmitteleuropa 1945 bis 1950 erkennen, aber auch den wirtschaftlichen Aufschwungs durch die Erdölindustrie.

Einen Projektentwurf zur Erforschung dieses Zeitraums der Gemeindegeschichte in drei Abschnitten hat der Historiker und Gemeindearchivar Martin Koers erarbeitet und vorgestellt. Darüber hinaus gibt es Kontakte mit dem Landkreis Emsland und dem Emsländischen Heimatbund um Forschung im Rahmen eines Qualifizierungsprojekts für Kulturwissenschaftler (Region im Dialog — „Regialog“) finanziert zu bekommen.

„Nach einer ersten Zusage konnte die Stelle jedoch leider nicht besetzt werden“, teilte Bürgermeister Helmut Höke dem Gemeinderat mit. Daher soll für die nächst Förderperiode ab Oktober 2016 ein neuer Regialog-Antrag gestellt werden. Alternativ will sich die Gemeinde um Forschungsförderung bei der Emsländischen Landschaft, der Stiftung Gedenkstätte Esterwegen, der Johann-Wisniewsky-Stiftung, der Sparkassen-Stiftung, der VR-Stiftung oder der VGH-Stiftung bemühen.