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Ein Paradies für Libellen Der Teich der Geschwister-Scholl-Schule Geeste

Von PM. | 25.07.2014, 19:30 Uhr

Der Schulteich der Geschwister-Scholl-Schule Geeste ist ein kleines Libellenparadies.

Vor knapp fünf Jahren wurde der Teich bei Projekttagen angelegt. Dieses kleine Ökosystem ist inzwischen Lebensraum für eine steigende Zahl von Libellenarten geworden. Den Anfang machten einige Exemplare der Gewöhnlichen Keiljungfer. Nach und nach siedelten sich weitere Arten, wie die Frühe Adonislibellen, Azurjungfern sowie Pechlibellen an. Wer sich ein wenig Zeit nimmt, kann bei Sonnenschein die verschiedenen Libellenarten beobachten. Einige Schüler sahen einer Großen Königslibelle bei der Eiablage, bei der die Eier in auf dem Wasser schwimmende Pflanzenteile eingestochen werden, sowie beim Jagdflug zu.

In Deutschland gibt es 81 Libellenarten, von denen fast die Hälfte in der Roten Liste in einer Gefährdungskategorie aufgeführt ist. Vor allem der Verlust ihrer Lebensräume durch Absenkung des Grundwasserspiegels, Trockenlegung von Gewässern, Entwässerung der Hochmoore und Gewässerverschmutzung macht den Libellen zu schaffen. Der Klimawandel als ist als Belastung hinzugekommen. Dadurch werden Gewässer zu warm und trocknen zu schnell aus.

Schüler entdeckten mehrmals aus ihren Larvenhüllen schlüpfende Libellen. Häufig suchen die Larven dafür die Stängel oder Blätter von Ufer- und Wasserpflanzen auf. Libellen sind für den Menschen völlig harmlos. Nachdem Achtklässler dies im Unterricht am Teich erfahren hatten, ließen sie begeistert die Landung einzelner Libellen auf ihrem ausgestreckten Arm zu.

Libellen werden in die Unterordnungen Groß- und Kleinlibellen unterteilt. Die Kleinlibellen sind lang und dünn, sie haben weit auseinander stehende Augen und vier gleichartig geformte Flügel. Diese legen sie während der Ruhe nach oben. Die Großlibellen sind meist größer und kräftiger gebaut und tragen ihre Flügel immer ausgebreitet.

Libellen besitzen Eigenschaften, die in der Natur einzigartig sind. Beispiele dafür sind die vier unabhängig voneinander beweglichen Flügel und das Paarungsrad (im Französischen romantischer als „Coeur d’Amour“ — „Herz der Liebe“ bezeichnet). Kleinlibellen fliegen im „Tandem“, einer Stellung, bei der das Männchen das Weibchen fest hinter dem Kopf „im Griff“ hat, zu einem Sitzplatz. Dann füllt das Männchen sein Begattungsorgan mit Sperma aus seiner Genitalöffnung. Im Anschluss streckt es seinen Körper, um dann mit dem Weibchen das Paarungsrad zu bilden. Die Paarung dauert je nach Art Minuten bis Stunden. Bei den Großlibellen beginnt die Paarung im Flug und endet fast immer im Sitzen. Libellen können die Spermien eines eventuellen Vorgängers aus der Legescheide des Weibchens entfernen, um ihr eigenes Sperma einzubringen. Bei einigen Libellenarten werden die Weibchen im Tandem zur Eiablage geführt (Azurjungfern), bei anderen Libellenarten hält sich das Männchen in der Nähe auf und greift Konkurrenten an (Prachtlibellen).

Um auch anderen Insektenarten Nahrung zu bieten, wurden kürzlich zwei neue Pflanztröge aus dem Preisgeld des im letzten Jahr gewonnen Deutschen Naturschutzpreises finanziert und von Schülern der „Schulteich-AG“ mit Lavendel, Salbei und Thymian, Trachtpflanzen für Hummeln, bepflanzt. Die ebenfalls aus dem Preisgeld finanzierten Bänke ermöglichen Unterricht am Teich, bei gutem Wetter halten sich dort während der Pausen viele Schüler auf.

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