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Der Pioniergeist der Emsländer Der Naturpark-Lieblingsort von Landrat Hermann Bröring: Das Moormuseum

Von PM. | 22.09.2011, 09:20 Uhr

Er ist Initiator und Erster Vorsitzender des Internationalen Naturparks Bourtanger Moor-Bargerveen und zugleich Vorsitzender des Emsland Moormuseums. Kein Wunder also, dass sich der passionierte Radfahrer Hermann Bröring dem Naturpark besonders verbunden fühlt. Sein Lieblingsort im Naturpark: das Emsland Moormuseum.

„Das Emsland Moormuseum ist für mich ein zentraler Anziehungspunkt im Naturpark und eine wichtige Eingangspforte in die deutsch-niederländische Moorregion. Hier wird Geschichte spannend erzählt und in zwei modernen Ausstellungshallen kenntnisreich, wissenschaftlich fundiert und natürlich zweisprachig aufgearbeitet. Es ist faszinierend, das Entstehen, die Charakteristik und die wirtschaftliche Nutzung dieser einzigartigen Naturlandschaft zu verfolgen, die anhand historischer Karten oder alter Maschinen aufbereitet wird.“

Ein Höhepunkt ist für den langjährigen Landrat der Dampfpflugsatz der Firma Ottomeyer, der im Jahr 2010 in einem Neubau in Szene gesetzt werden konnte. „Die Größe und Leistung des weltgrößten Dampfpfluges mit den riesigen Lokomobilen erregte weit über das Emsland hinaus Aufsehen und ist ein einmaliges technisch-historisches Denkmal. Der ,Mammut‘, wie der Pflug auch genannt wird, steht für mich symbolisch für die enorme Pionierleistung, die die Menschen bei der Kultivierung der Moore erbrachten.

Seien es die ersten Siedler, die unter unvorstellbaren Anstrengungen den Torf noch per Hand abgruben, oder die gewaltige Umwandlung der Moore in landwirtschaftliche Flächen nach dem Zweiten Weltkrieg. Dieser Pioniergeist und die Innovationskraft zeichnen die Emsländerinnen und Emsländer bis heute aus.“

Doch das Emsland Moormuseum hat noch mehr zu bieten: 30 Hektar renaturiertes Hochmoor, das auf einem Holzbohlenweg oder mit der Feldbahn entdeckt werden kann, den Archehof, eine Siedlerstelle aus den 1930er-Jahren, die sich dem Erhalt alter Haustierrassen verschrieben hat und damit gerade für Kinder stets die erste Anlaufstelle ist, oder das Museumscafé, das sich auf regionale Produkte spezialisiert hat und den bekannten Buchweizenpfannkuchen anbietet.

Wissenschaftliche Arbeit

Das Moormuseum leistet eine umfassende wissenschaftliche Arbeit, führt die wohl größte Bibliothek zum Thema Moor und ist Gastgeber für Fachtagungen. Im Jahr gibt es zusätzlich wechselnde Ausstellungen zu verwandten Themen und etablierte Veranstaltungen wie das Buchweizenblütenfest im Juli oder den Markt der Genüsse im Oktober. Außerdem werden informative Programme für Gruppen angeboten. Biologen und Pädagogen bieten Aktionen für Schulklassen an.

Über den Moor-Energie-Erlebnispfad, der zum Erdöl-Erdgas-Museum in Twist führt, den Fahrradbus RADexpress, die Emsland-Route sowie die örtlichen Radrouten ist das Museum hervorragend an die Ausflugsziele und Freizeitwege in der Umgebung angeschlossen und damit idealer Ausgangspunkt für Touren in den Naturpark.

Hermann Brörings Vision: „Wir schaffen es, die Moorbahngleise in der Umgebung zu erhalten und touristisch zu nutzen. Irgendwann fahren wir mit der Feldbahn über die Grenze zu unseren niederländischen Nachbarn!“