Alles hängt am Wasser Hochmoor zwischen Dalum und Wietmarschen als Regenspeicher

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Geeste. Eine riesige Torfabbaufläche, das Dalum-Wietmarscher Moor, ist in den vergangenen zehn Jahren zu einem Naturschutzgebiet geworden. Es ist Zeit für eine Bilanz und einen Ausblick.

Die Zukunft dieses Schutzgebiets hängt vom Wasser ab. Dies ist die größte Sorge der Staatlichen Moorverwaltung, die zusammen mit den Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim für die 1580 Hektar große Fläche im Grenzgebiet der beiden Kreise zuständig ist.

Wie kompliziert der Wasserhaushalt im weitgehend abgetorften Hochmoor ist, hat Eberhard Masch, Leiter der Geschäftsstelle Meppen der Staatlichen Moorverwaltung, Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) bei einem Informationstermin mit Vertretern der Landkreise und den Verwaltungsspitzen der Umlandgemeinden dargestellt.

Vor fast 90 Jahren hat der Staat Moorflächen erworben, danach zur Abtorfung verpachtet, mit dem Ziel der Kultivierung für die Landwirtschaft. Großflächig wurde das Moor entwässert und der Grundwasserstand abgesenkt. Mit dem Moorschutzprogramm bekam ab 1980 die Moorverwaltung ein neues Ziel. Die Pachtverträge sollten auslaufen und im Anschluss das Moor mit dem Ziel Naturschutz renaturiert werden, erläuterte Masch. Allerdings sind die tiefen Eingriffe in den Wasserhaushalt nur zum Teil wieder rückgängig zu machen.

Zwischen dem Hochmoortorf und dem Sanduntergrund befindet sich an den meisten Stellen eine fast wasserundurchlässige Schicht. Die Stauschicht sorge dafür, dass der Grundwasserstand kaum Einfluss auf das Moor hat, während das Wasser im Moor nicht in die Tiefe versickern kann. So speichert das Moor Regenwasser, welches für hochmoortypische Pflanzen lebensnotwendig ist.

Aber es gibt im Randbereich Flächen, bei denen durch den Torfabbau vor 1980 diese undurchlässige Schicht angeschnitten ist. Statt hochmoortypischer Vegetation hat sich hier in den letzten Jahren eine Pflanzengesellschaft angesiedelt, die einer feuchten Heidelandschaft angepasst ist, und als Brutgebiet für Wiesenvogelarten dient. Dies mache die Flächen für den Naturschutz wertvoll, gleichzeitig bilden sie eine Art Puffer zu den benachbarten landwirtschaftlichen Nutzflächen. Wallhecken als Windschutzstreifen und Gräben bilden eine Grenze, die die Äcker vor Überschwemmung schützt.

Dort, wo eine Hochmoorentwicklung möglich ist, wurde zur Renaturierung ein komplexes System von Wällen angelegt, mit denen der Wasserstand so geregelt werden soll, dass sich Torfmoose optimal entwickeln. Das ist aber abhängig von einer einigermaßen gleichmäßigen Regenwasserzufuhr. Früher war dies gegeben, aber der Klimawandel zeige sich darin, dass es längere Trockenperioden gibt. Daher bleibt den Mitarbeitern der Moorverwaltung und der Naturschutzbehörden nur die Hoffnung, dass es dennoch gelingt, das Biotop Hochmoor zu erhalten.


Zur Sache: Von den 1.580 Hektar Naturschutzgebiet Dalum-Wietmarscher Moor befinden sich 793 Hektar in den Gemeinden Twist und Geeste im Landkreis Emsland und 787 Hektar in der Gemeinde Wietmarschen im Landkreis Grafschaft Bentheim. Fast Deckungsgleich mit dem am 1. Januar 2008 eingerichteten Naturschutzgebiet mit dem Kennzeichen NSG WE 265 ist das EU-Vogelschutzgebiet „Dalum-Wietmarscher Moor und Georgsdorfer Moor“, das 1566 Hektar umfasst.

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