Teamarbeit mildert Ärztemangel CDU informiert sich in der neuen Praxis in Geeste

Von Manfred Fickers


Geeste. Rezepte gegen Ärztemangel in ländlichen Regionen hat sich der CDU-Gemeindeverband Geeste bei einem Besuch im neuen Ärztehaus in Dalum abgeholt.

Die CDU-Mitglieder um die Gemeindeverbandsvorsitzende Kathrin Schütte in Begleitung des Bundestagsabgeordneten Albert Stegemann und Kreisdezernentin Sigrid Kraujuttis sprachen mit Sebastian Bork, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom Ärztezentrum Holthausen-Biene, die die Hausarztpraxis in Dalum betreibt und dem Internisten Wolfgang Hentrich, Vorstandsvorsitzender von „Genial e. G.“, einem genossenschaftlichen Zusammenschluss von mehr als 50 Haus- und Fachärzten im südlichen und mittleren Emsland. Bork wies darauf hin, dass allein im Gebiet der Kassenärztlichen Vereinigung Meppen 13 Hausarztsitze unbesetzt seien.

Bork und Hentrich sagten, dass der Ärztemangel auf dem Lande nicht mit Zuweisungen und finanziellen Anreizen zu beseitigen sei. Die Arbeitsbedingungen sollten verbessert werden, wozu sie Entlastung vom Verwaltungsaufwand durch Gemeinschaftspraxen und Ärztegenossenschaften zählen, außerdem Teamarbeit, die familienfreundliche Arbeitszeiten ermöglicht. Statt dass ein einzelner Hausarzt auf dem Dorf bis zu 60 Stunden pro Woche von den Patienten in Anspruch genommen wird, können sich auch bei entsprechender Organisation zwei Ärzte diese Aufgabe teilen. Voraussetzung sei eine entsprechende Organisation des Praxisbetriebs und der Arbeitszeiten.

Ärztehaus Geeste

Als Beispiel wurde das im April dieses Jahres eröffnete Ärztehaus Geeste in Dalum mit der Hausarztpraxis und einer Kinderarztpraxis vorgestellt. Dorothea Mohammad-Shahi ist Fachärztin für Allgemeinmedizin, Chirurgie und Ernährungsmedizin, Maria Kovaltchouk ist Fachärztin für Allgemeinmedizin und Adelheid Witschen ist Fachärztin für Allgemeinmedizin, Gynäkologie und Rettungsmedizin. Sie stellen zusammen mit ihrem Praxisteam, verwaltungstechnisch unterstützt durch den Praxenverbund, dem sie angehören, die Versorgung mit hausärztlichen Leistungen sicher. Ergänzt wird das medizinische Angebot in der Ortsmitte durch die Praxis der Kinderärztin Christiane Feller und ihrer Kollegin Anne Hall. Beim Rundgang in den beiden Arztpraxen bestätigten die Ärztinnen, dass die Arbeit im Ärzteteam den Patienten eine gute Versorgung und gleichzeitig gute Arbeitsbedingungen für die Mediziner und das Praxisteam bietet. Dezernentin Kraujuttis beschrieb die umfangreichen Bemühungen auf Landkreiseebene, Medizinernachwuchs für die Tätigkeit im Emsland zu gewinnen und ansässige Ärzte zu unterstützten.

Medizinstudium

In der Diskussion wies Hentrich darauf hin, dass der ländliche Ärztemangel auch eine Folge der Knappheit bei den Medizinstudienplätzen ist. Wenn der Arztberuf familienfreundlich sein soll, dann muss mehr Nachwuchs ausgebildet werden. Eltern unter den Ärzten wünschen einen planbaren Alltag im Interesse ihrer Kinder. Dafür brauche man mehr Mediziner als zu der Zeit, als manche Hausärzte auf dem Lande eine Rufbereitschaft rund um die Uhr hingenommen haben.