Kleine Auswahl aus 1200 Jahren Moormuseum in Geeste zeigt Dokumente aus Archiven

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Geeste. Die Ausstellung „Geschichte Niedersachsens in 111 Dokumenten“ ist im Emsland-Moormuseum in Geeste-Groß Hesepe eröffnet worden.

Einmal Eintritt zahlen für vier Ausstellungen, das ist bis zum Saisonschluss im November im Moormuseum möglich. Neben der Dauerausstellung zur Geschichte der Moorerschließung und der Sonderausstellung mit 80 Natur-, Pflanzen- und Tierfotografien von Erhard Nerger, Haren, und der Schau „Wie die Technik zum Torf kam“ wird jetzt die Geschichte Niedersachsens und seiner Vorgängerstaaten in ausgewählten Dokumenten präsentiert. Bei der Eröffnung sprach die Präsidentin der Niedersächsischen Landesarchive, Christine van den Heuvel, Museumsleiter Michael Haverkamp und seinem Mitarbeiter Ansgar Becker Anerkennung für eine außergewöhnliche Idee aus, die Dokumente, die sonst in den Archiven untergebracht sind, in ihrer Bedeutung der Bevölkerung nahe bringen.

„Eine Ausstellung zu einem Buch, statt einem Buch zur Ausstellung“, so beschrieb van den Heuvel das Konzept der Museumsleute aus dem Emsland. Sie hat gemeinsam mit ihren Archivarkollegen Gerd Steinwascher und Brage Bei den Wieden zum 70-jährigen Bestehen des Landes das Buch „Geschichte Niedersachsens in 111 Dokumenten“ herausgegeben. In den sieben niedersächsischen Landesarchiven wurden von den 47 Autoren 100 Regalkilometer nach Dokumenten durchsucht, die 1200 Jahre Vergangenheit des Bundeslandes und seiner Vorgängerterritorien beispielhaft erzählen können. Ziel war nicht ein dicker Band zum Jubiläum, sondern ein gut lesbares Buch, das zum Blättern und Schmökern anregt. Begleittexte bringen die Dokumente zum Sprechen, zeigen unterschiedliche Perspektiven und Themen in kleinen Kapiteln auf. Inzwischen sei die erste Auflage fast vergriffen, die zweite ist darum in Vorbereitung, sagte van den Heuvel.

Überzeugendes Konzept

Gerd Steinwascher, der die Eröffnungsgäste durch die Ausstellung führte, nannte es mutig, dem Museumspublikum eine Archivalienausstellung anzubieten. Aber das Konzept von Haverkamp und Becker sei überzeugend. Sie haben eine Auswahl der 111 Stücke aus dem Buch vorgenommen, die als Originale in Bilderrahmen und Vitrinen eine besondere Wirkung entfalten. Den Schwerpunkt legten die Ausstellungsmacher auf das Gebiet Weser-Ems, ohne den Bezug zur Geschichte des gesamten Landes zu verlieren. So ist in dem Amtsblatt vom 8. November 1946 die Verordnung Nr. 55 der britischen Militärregierung enthalten, die gleichsam die Geburtsurkunde des Landes Niedersachsen darstellt.

Archivalien sind nicht nur aus Papier. Am Beispiel von zwei Leinenproben aus Prozessakten des 18. Jahrhunderts erklärte Steinwascher, wie sich die Leinenproduzenten im Osnabrücker Gebiet gerichtlich gegen Nachahmer und Fälscher wehrten. Die Zeit des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren wird durch ein Extrablatt des Meppener Volksboten von 1914 anschaulich, die den Kriegsbeginn mitteilt, aber auch durch eine Feldpostkarte, die eine junge Frau in Leutnantsuniform als „Fräulein Feldgrau“ präsentiert. Ein Beispiel, wie versucht wurde, von den Grausamkeiten des Krieges abzulenken, erklärte Steinwascher. Zur aktuellen Diskussion passe eine Landesherrliche Anordnung zur Wolfsjagd und die Zeichnung einer Wolfsfalle.

Eine Landkarte zeigt, dass das Gebiet des Emslandplans ab 1950 weit größer war als der heutige Landkreis. Steinwascher und van den Heuvel wünschten der Ausstellung eine Resonanz, die sogar noch über dieses Gebiet hinaus geht.


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