Wie die Technik zum Torf kam Ausstellung im Emsland-Moormuseum Geeste

Von Katharina Grewe

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Ausstellung eröffnet, von links: Michael Haverkamp, Ansgar Becker, Martin Gerenkamp und Dirk Röse. Foto: Katharina GreweAusstellung eröffnet, von links: Michael Haverkamp, Ansgar Becker, Martin Gerenkamp und Dirk Röse. Foto: Katharina Grewe

Geeste. Eine Sonderausstellung zur Industrialisierung des Torfabbaus im 19. und frühen 20. Jahrhundert ist im Emsland Moormuseum in Geeste eröffnet worden.

Unter dem Titel „Die Versuche, dem Torf ein größeres Absatzfeld zu verschaffen, sind nur von kurzer Dauer gewesen…“ präsentierte Museumsleiter Michael Haverkamp die Ausstellung, die bis zum 29. Oktober im Moormuseum zu sehen sein wird. „Dies ist eine erste Zusammenschau der technischen Entwicklung des Torfabbaus“, erläuterte Haverkamp im Gespräch mit unserer Zeitung. „Für uns als Museum ist es eine wichtige Ausstellung, denn sie zeigt, dass auch die Forschung ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist“, so der Museumsleiter.

„Von all den Moormuseen, die sich überwiegend im nordwestdeutschen Raum finden, widmet sich einzig das Emsland Moormuseum stärker der Forschung – eigentlich eine der vier Kernkompetenzen der Museumsarbeit neben dem Sammeln, Bewahren und Ausstellen“, stellte Martin Gerenkamp, Erster Kreisrat des Landkreises Emsland, in seiner Begrüßungsrede heraus. Gefördert würde die Einrichtung bei ihren Forschungen zur Geschichte der Torfindustrie von der Firma Klasmann-Deilmann, die seit dem Jahr 2009 ein wissenschaftliches Volontariat am Museum finanziere, erläuterte Gerenkamp. Ergebnisse der hier betriebenen Forschungsarbeit seien nun in der Sonderausstellung zu sehen, so Gerenkamp.

„Wir sind dankbar, dass das Moormuseum die Geschichte unseres Unternehmens erfasst und darstellt“, betonte Dirk Röse, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Firma Klasmann-Deilmann, in seiner Eröffnungsrede. Aus diesem Grund unterstütze die in Hesepe ansässige Firma das Volontariat. „In dem Titel der Ausstellung heißt es, die Versuche, dem Torf ein größeres Absatzfeld zu verschaffen, seien nur von kurzer Dauer gewesen – dennoch wird noch heute industrieller Torfabbau betrieben“, hob Röse hervor.

Torfstich von Hand

Im 19. Jahrhundert hingegen sei in vielen Betrieben der Torf noch per Handarbeit gewonnen worden, stellte Haverkamp in seiner Einführung des Ausstellungsthemas heraus. „Die fehlende Modernisierung und die zunehmende Konkurrenz der Steinkohle führten so Anfang des 20. Jahrhunderts zu einer Strukturkrise in der Torfbranche“, so der Museumsleiter. Das Moor umfassend zu verwerten, sei daher das Ziel verschiedener Lösungsansätze von Ingenieuren und Agrarwissenschaftlern gewesen, erklärte Haverkamp. Diese Versuche, die Torfindustrie technisch zu modernisieren, würden in der Ausstellung bis in die 1920er und 1930er Jahre verfolgt, so Haverkamp. „Aufgezeigt wird die Entwicklung leistungsfähiger Produktions- und Verarbeitungsmaschinen, die Versuche, den Brenntorf gegenüber der Steinkohle konkurrenzfähig zu halten, sowie die Erschließung völlig neuer Torfprodukte, so unter anderem für die Landwirtschaft, den Gartenbau und die Energiewirtschaft“, erläuterte der Historiker.

Für die Vorbereitung der Ausstellung dankte der Haverkamp insbesondere dem stellvertretenden Museumsleiter und Kurator Ansgar Becker sowie Miriam Menke. Ferner richtete Haverkamp seinen Dank an die Firma Klasmann-Deilmann sowie die Stiftung Niedersachsen, die EWE Stiftung sowie die Emsländische Landschaft, die sich als Sponsoren an der Ausstellung beteiligt haben.


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