Junior Ranger bastelten 120 Fledermauskästen in Groß Hesepe übergeben


Geeste. 120 Fledermauskästen sind der AG Fledermausschutz im Emsland und der Grafschaft Bentheim übergeben worden. Junior Ranger aus ganz Deutschland hatten sie während ihres Treffens im Emsland-Moormuseum zusammengebaut.

Fledermäuse, die skurrilen Flugsäuger, zählen zu den am stärksten bedrohten Tierarten überhaupt. Fast alle Arten finden sich auf der Roten Liste der gefährdeten Tiere. Sie zählen so zu den sensibelsten Gradmessern für den Zustand unserer Natur. Es sind vor allem die Monotonisierung unserer Landschaft sowie die fehlenden Schlafquartiere und Kinderstuben, die ihnen in den letzten Jahrzehnten stark zugesetzt haben. Hinzu kommen Windkraftanlagen, die ein unkalkulierbares Risikopotenzial darstellen.

Artenmonitoring

Der Landschaftsökologe Axel Donning, Rheine, und Landespfleger Heiko Rebling, Freren, initiierten 2008 die Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz im Emsland und in der Grafschaft Bentheim. Die Fledermausregionalbetreuer hatten zunächst die systematische Bestanderfassung im Auge, galt die Region bis dahin als weißer Fleck in Sachen Fledermauserfassung. Die Fledermausspezialisten konnten bereits 16 der insgesamt 24 in Deutschland vorkommenden Arten nachweisen. Unterstützung erhält die Gruppe vom örtlichen Naturschutzbund als auch von den Naturschutzstiftungen der Landkreise.

Neben dem Artenmonitoring sieht sich die Gruppe als Multiplikator in Sachen Fledermausschutz, vermittelt verletzte Tiere an autorisierte Fachleute und ist Ansprechpartner bei jeder Art von „Fledermausproblemen“. Regelmäßige Workshops helfen den Fledermausschutz überregional zu vernetzten, dies in enger Zusammenarbeit mit der Landesbehörde für Naturschutz in Hannover.

Heiko Rebling: „Jedermann kann einen Beitrag zum Fledermausschutz leisten – durch Fledermauskästen“. Anders als bei einem üblichen Nistkasten erklimmen die Flugsäuger ihr Domizil von unten und docken an der rauen Hinterwand an. Sie können hier sogar ihre Kinderstube einrichten.

Schutz stärken

Michael Haverkamp, Leiter des Emsland-Moormuseums, sah hier einen besonderen Handlungsbedarf und initiierte während des bundesweiten Junior Ranger Treffens eine Fledermauskastenaktion, die ihres gleichen sucht. Insgesamt 120 Kästen wurden aus vorgefertigten Einzelteilen unter fachkundiger Leitung sorgsam zusammengefügt. „Wir wollen mit unserer Aktion den regionalen Fledermausschutz stärken“, so Haverkamp, der die Kästen jüngst Vertretern der Fledermaus AG zur Verfügung stellte.


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