Werke von Erhard Nerger zu sehen Ausstellung im Moormuseum zeigt eindrucksvolle Naturfotos

Von Iris Kroehnert

Am Eröffnungstag führte Erhard Nerger durch die Ausstellung und erklärte die Besonderheiten der Pflanzen. Foto: iris KroehnertAm Eröffnungstag führte Erhard Nerger durch die Ausstellung und erklärte die Besonderheiten der Pflanzen. Foto: iris Kroehnert

Geeste. Dass durch die Wiedervernässung der Moore ein Ersatzlebensraum für insbesondere Tiere, aber auch Pflanzen, geschaffen wird, macht die aktuelle Sonderausstellung, die gerade im Emsland Moormuseum in Groß Hesepe eröffnet wurde, deutlich. Die großformatigen Fotografien hat der Harener Tierarzt Erhard Nerger aufgenommen.

Unterwegs mit seiner Kamera war er vornehmlich im deutschen Teil des internationalen Naturparks Bourtanger Moor - Bargerveen. Einige Aufnahmen sind darüber hinaus im niederländischen Teil des Gebietes entstanden. Am Eröffnungstag führte Nerger selber die Besucher durch seine Ausstellung und gab Erläuterungen zu den rund 80 ausgestellten Natur-, Pflanzen- und Tierfotografien ab. Der gebürtige Hannoveraner, der bis 2013 als Tierarzt praktizierte und Gründungsmitglied des NABU Emsland-Mitte ist, beschreibt seine Ausstellung als ein Plädoyer für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Abgerundet wurde die Ausstellung durch einige Landschaftsaufnahmen, die ebenfalls von Nerger stammen. Des weiteren finden sich in der Ausstellung einige Schwarzweiß-Fotos aus den 1930er-Jahren. Diese Aufnahmen stammen von Hermann Reichling, dem ehemaligen Direktor des Naturkundemuseums in Münster. (Siehe dazu auch die Zeitungsserie über Hermann Reichling und das Emsland).

Neue Brutgebiete

„Uns geht es in der aktuellen Ausstellung nicht darum, schöne Fotos zu zeigen“, erklärt Michael Haverkamp, Leiter des Emsland Moormuseums, „sondern die Fotos verstehen sich vielmehr als Abbildung der Realität.“ In diesem Zusammenhang weist er beispielsweise auf die Singvögel Braunkehlchen und Neuntöter hin. „Diese stehen stellvertretend für zahlreiche Tiere, die aus ihren angestammten Lebensräumen vertrieben werden.“ Neue Brutgebiete hätten sie in den wiedervernässten Mooren gefunden. „Eigentlich freuen sich alle Offenlandbrüter über den so entstandenen Ersatzlebensraum“, sagt Haverkamp.

Weiter erläutert er, dass die historischen Aufnahmen von Hermann Reichling den Bogen spannen würden zur Ausstellung im kommenden Jahr. „Wir werden dann die Tier- und Pflanzenwelt zeigen, wie man sie vor rund 80 Jahren in unseren Mooren antraf“, stellt er in Aussicht.

„Ohne Torfmoos, kein Moor“

Den Auftakt zur gerade eröffneten Sonderausstellung bildete ein Vortrag von Jans de Vries. Der Niederländer arbeitet seit 1982 als Förster im Staatsbosbeheer in Bargerveen. In beeindruckender Weise schilderte er, welche Maßnahmen auf niederländischer Seite ergriffen wurden und werden, um einen kleinen Teil des Hochmoores zu schützen und wiederherzustellen.

„Wir haben erst spät gelernt, also ab 1968, wie Hochmoore funktionieren“, so de Vries. Das Bargerveen sei ein einzigartiges Naturgebiet und mit einer Größe von etwa 2100 Hektar eines der letzten verbliebenen Hochmoorgebiete in Nordwesteuropa. „Um es zu erhalten musste und muss dringend etwas geschehen“, erläutert de Vries. Das wichtige Grundwasser würde sich in tiefer gelegene Schichten zurückziehen. Dies hätte zur Folge, dass das Torfmoos nicht mehr wachsen kann. „Ohne Torfmoos, kein Moor“, führt de Vries aus.

100 Arten Brutvögel

Weiter berichtet er über Pläne und deren Umsetzung, um diese Entwicklung zu stoppen und stattdessen den Grundwasserstand zu erhöhen. Neben der Errichtung von Dämmen, die das Hochmoor schützen sollen, werden Pufferzonen rund um das betroffene Gebiet eingerichtet. „Wir haben Gräben zugeschüttet und Asphaltstraßen entfernt“, zeigt de Vries die Bemühungen auf niederländischer Seite auf. „Aber wir sind lange noch nicht am Optimum von Bargerveen angelegt.“ Doch 38 Arten Libellen, 30 Arten Schmetterlinge sowie über 100 Arten Brutvögel würden schon jetzt ein deutliches Zeichen setzen.


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