Viel Eigenleistung erbracht Moormuseum verbessert Stall für Hühner und Schweine

Von Iris Kroehnert


Geeste. Viel Arbeit geleistet haben die Mitarbeiter des Emsland Moormuseums in Groß Hesepe: am Siedlerhof ist ein neuer Stall für die Hühner der Rasse Westfälische Totleger entstanden. Außerdem erhielten die Bunten Bentheimer Schweine in ihrem Gehege eine Betonplatte sowie eine neue Umzäunung.

„Das alte Hühnerhaus war marode und baufällig“, erklärt Museumsleiter Michael Haverkamp. Ersatz für den alten Stall sei dringend notwendig gewesen. Aus Lärchenholz entstand nun das in Eigenarbeit erstellte Gebäude. Innen weist es Eiablageplätze auf sowie Stangen als Schlafplätze für die Hühner. Zur Zeit beherbergt der Siedlerhof 30 Totleger Hühner einschließlich der Junghühner und zweier Hähne. Die von den Hühnern gelegten Eier werden im Museumscafé zu Pfannkuchen verarbeitet. Auch das Gehege der Hühner wurde komplett erneuert. „Da die Tiere immer eine Rasenfläche zur Verfügung haben sollen, haben wir die Fläche für das Gehege verdoppelt“, berichtet Haverkamp.

Neue Betonplatte

Getan hat sich auch etwas im Auslauf der Bentheimer Schweine. „Wir haben eine Auslaufplatte aus Beton gegossen, so dass Besucher nun die Schweine besser betrachten können, ohne gleich vom Matsch im Auslauf in Mitleidenschaft gezogen zu werden“, sagt Haverkamp. Komplett erneuert wurde auch die Umzäunung des Schweinebereiches.

Neben 25 Bunten Bentheimer Schweinen, die derzeit auf der Weide gehalten werden, bietet der Stall Platz für zwei Zuchtsauen, die im Moment elf Ferkel säugen. „Die Zuchtsauen und ihre Ferkel können jetzt den Auslauf nutzen“, freut sich Haverkamp über die durchgeführte Maßnahme. Weiter lobt er seine Mitarbeiter, die neben dem normalen Museumsbetrieb in nicht ganz sechs Wochen die Arbeiten kostensparend durchführten. „Es fielen lediglich die Materialkosten an“, sagt er.


Totleger Hühner

Das Westfälische Totleger Huhn gehört zu den Sprenkelhühnern, also zur Gruppe mehrheitlich europäischer Hühnerrassen, die eine typische silberschwarze oder goldschwarze Federzeichnung haben. Das Totlegerhuhn ist eine alte und ziemlich widerstandsfähige Rasse. Die Zucht dieser Hühner lässt sich über 400 Jahre zurückverfolgen. Es verfügt mit 180 bis 200 Eier pro Jahr über eine – für alte Hühnerrassen - hohe Legeleistung. Allerdings hat der Name dieser Hühner nichts damit zu tun, dass sich die Hennen „zu Tode legen“ würden. Wegen ihrer beachtlichen Legeleistung wurden die Hühner früher als Dauerleger - oder auf plattdeutsch als Doutleijer - bezeichnet. Der niederdeutsche Name wurde dann fälschlich mit „Totleger“ ins Hochdeutsche übertragen. Die Totleger gehören zu den vom Aussterben bedrohten Hühnerrassen.