Zu Gast bei den Libellen Ferienpassaktion im Emsland-Moormuseum Groß Hesepe

Von Heiner Harnack

Die Teilnehmer des Ferienpasses versuchten lange vergeblich, etwas mit ihren Keschern einzufangen. Foto: Heiner HarnackDie Teilnehmer des Ferienpasses versuchten lange vergeblich, etwas mit ihren Keschern einzufangen. Foto: Heiner Harnack

Geeste. Einen Ausflug zu den Libellen haben Teilnehmer des Ferienpasses auf dem Gelände des Emsland-Moormuseums in Groß Hesepe unternommen.

Dass es auf dem Gelände des Emsland Moormuseums noch vieles Anderes in Flora und Fauna zu entdecken gibt, erklärte ihnen auf ihrer kleinen Expedition der Biologe Gunnar Gad. Gad sagte während des Rundgangs, dass man sich nicht wundern müsse, wenn beim Anlegen eines Teiches in einer Wüste nach relativ kurzer Zeit die ersten Libellen erscheinen. „Niemand weiß, wie die Tiere dieses kleine Gewässer finden, aber sie fliegen teilweise bis zu einhundert Kilometer“, erzeugte Gad sichtliches Erstaunen in den Gesichtern der Kinder.

Großlibellen fliege nur bei Sonnenschein, erklärte der Fachmann weiter. „Unter dem Panzer der Tiere befinden sich Luftsäcke, die vom Sonnenlicht erwärmt werden, so dass ein ähnliches Prinzip wie bei einem Heißluftballon zum Tragen kommt“, so Gad zu de kleinen Gästen. Dadurch würden die Tiere leichter und könnten wesentlich besser fliegen. Gad räumte mit dem Märchen auf, dass Libellen den Menschen stechen können.

Sogleich machten sich die Kinder mit langen Keschern daran, Libellen einzufangen, die an einem schmalen Graben unterwegs waren. Sie wunderten sich, wie schwer es war, den Kunstfliegern eine Falle zu stellen. Dabei ging dann auch der eine oder andere kleine Frosch ins Netz. „Libellen kommen zu den Gewässern, um ihre Nachkommen zu sichern“, erklärte Gad weiter. Allerdings seien die Tiere sehr gute Jäger und würden insbesondere andere Insekten fangen und mit ihren Kauwerkzeugen vertilgen. Gad erzählte seinen Gästen, dass die Tiere über mehrere tausend Facettenaugen verfügten und somit extrem gut sehen könnten. „Ihr könnt sicher sein, dass sie auch uns hier an den Gewässern sehr gut erblicken können“, versuchte er zu erklären, warum es auch so schwer sein könnte, das eine oder andere Exemplar zu fangen. Übrigens wurden später alle Tiere wieder freigelassen.

Interessantes vermittelte der Fachmann für Zoologie, Botanik und Ökologie zum Thema Frosch. „Im Gegensatz zu uns Menschen, deren Körpertemperatur konstant bei 36 Grad liegt, befindet sich bei den Fröschen diese in wesentlich niedrigeren Bereichen.“ Deshalb dürfe man einen Frosch nicht zu lange in der Hand halten, da dieser sonst an einem Hitzschlag sterben würde, erklärte er, dass man sehr sorgsam mit jedem Tier umgehen müsse. Weiter ging die kleine Expedition zu einem malerisch gelegenen kleinen See, wo die Teilnehmer sehen konnten, wie Libellen an den Rändern von Seerosen ihre Larven ablegten. Gad erzählte, dass es etwa einhundert verschiedene Arten dieser besonderen Tiere gebe.


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