Branche wartet auf Nachwuchs Freisprechung der Gärtner und Floristen in Dalum

Von Heiner Harnack

Auf die Absolventen der Ausbildungsberufe im Gärtner- und Floristenwesen wartet viel Arbeit in den Regionen Emsland und Grafschaft Bentheim. Foto: Heiner HarnackAuf die Absolventen der Ausbildungsberufe im Gärtner- und Floristenwesen wartet viel Arbeit in den Regionen Emsland und Grafschaft Bentheim. Foto: Heiner Harnack

Geeste. 22 Gärtner und Floristen haben bei einer Freisprechungsfeier in Geeste-Dalum die Abschlusszeugnisse ihrer Ausbildung bekommen.

In sämtlichen Reden der Veranstaltung wurde deutlich, dass die Betriebe auf den Nachwuchs warten. Rolf-Dieter Pophanken von den Berufsbildenden Schulen in Meppen erinnerte an den Garten Eden, in dem sicher noch keine Gärtner gearbeitet hätten. „In der Ursprungssprache der Bibel wurde dieser als ‚Paradeisos‘ bezeichnet, was bedeutet, dass Sie in Zukunft im Paradies arbeiten.“ Heiko Ahlrichs von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen erzählte, dass rund 2000 junge Menschen in jedem Jahr eine Ausbildung in den ‚Grünen Berufen‘ abschließen. Der Redner erwähnte, dass es Viele ins europäische Ausland ziehe, um dort eigene Fähigkeiten auszubauen.

Reinhard Kaß vom Verband Garten- und Landschaftsbau Niedersachsen-Bremen sagte, dass man sich derzeit einer hohen Nachfrage von kommunalen, gewerblichen und vor allen Dingen privaten Kunden erfreue. „Sie haben beste Möglichkeiten, denn in unserer Region liegt die Arbeitslosigkeit bei etwa drei Prozent. Arbeitslose Landschaftsgärtner gibt es nicht.“ Der Lingener Unternehmer Kaß warb für die Fortbildungsmöglichkeiten in Bad Zwischenahn und Osnabrück. Bei der Landesgartenschau 2018 in Bad Iburg, will sich die Branche als Botschafter für die Stadtentwicklung präsentieren.

Mehr Sachlichkeit

Ehrengast Jens Gieseke, Mitglied des Europa-Parlaments, verkündete, dass die ehemaligen Auszubildenden sich eine solide Ausgangsposition für ihr Leben geschaffen haben. Der Politiker erinnerte an seine Tätigkeit im Umweltausschuss des Parlaments, wo im vergangenen Jahr das Thema ‚Glyphosat‘ von besonderer Bedeutung gewesen sei. „Man müsse schon tausend Liter Bier über mehrere Monate trinken, um den gefährlichen Grenzwert zu erreichen“, meint er. Man solle nicht nur die Schlagzeilen, sondern auch wissenschaftliche Studien lesen. Gieseke mahnte, nicht nur bei diesem Thema, eine Versachlichung mancher Diskussion an. „Selbstverständlich müssen wir Regeln schaffen, um Menschen zu schützen“, sagte er. Es dürfe aber nicht so viel Bürokratie aufgebaut, dass die kleineren Unternehmen darin umkämen.

Man müsse sich die Frage stellen, wie und wovon die Menschen in Zukunft leben könnten. „Vor allen Dingen müssen wir wissen, wie wir das fördern wollen.“ Ohne Garten- und Landschaftsbauer sowie Floristen gäbe es keine neuen Parks oder Projekte der Dorferneuerung, für die in diese Region beträchtliche Fördermittel geflossen seien. Der Lathener erinnerte an die unzähligen mittelständischen Unternehmen in der Region, die der Grundstein der Wirtschaft seien. „Sie bauen Europa“, gab Gieseke den Berufseinsteigern mit auf den Weg.


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