Integration auf zwei Rädern Radfahrtraining in der Kirchengemeinde Groß Hesepe

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Ein Zertifikat gab es für die Absolventinnen des Radfahrtrainings für Frauen in Groß Hesepe. Annegret Marien, Stefan Kuhnert (Hase-Ems-Radverleih), Anne Deeken-Köbbe und Theresia Debeerst-Debevere freuen sich mit den Teilnehmerinnen. Foto: Manfred FickersEin Zertifikat gab es für die Absolventinnen des Radfahrtrainings für Frauen in Groß Hesepe. Annegret Marien, Stefan Kuhnert (Hase-Ems-Radverleih), Anne Deeken-Köbbe und Theresia Debeerst-Debevere freuen sich mit den Teilnehmerinnen. Foto: Manfred Fickers

Geeste. Ein Radfahrtraining für Frauen jeden Alters und jeder Kultur ist jetzt bei der Pfarreiengemeinschaft Geeste abgeschlossen worden.

Das Netz des öffentlichen Personennahverkehrs auf dem Land hat große Lücken, wenn man kein Auto hat, bleibt nur das Fahrrad als Fortbewegungsmittel. Allerdings nicht für Frauen, die in ihren Heimatländern das Radfahren nicht gelernt haben, oder aus der Übung sind. Deshalb hat die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) Emsland-Mitte im Herbst 2014 das Kursangebot „Na klar, ich kann das auch ... — Integration praktisch auf zwei Rädern — Radfahrtraining für Frauen jeden Alters und unterschiedlicher Kulturen“ gestartet. KEB-Mitarbeiterin Anne Deeken-Köbbe weist auf die große Erleichterung des Alltagslebens der Frauen hin. Fahrten mit den Kleinen zu den Kindertagsstätten, Arztbesuche und Einkäufe lassen sich einfacher erledigen.

Das hat die Verantwortlichen in der Pfarreiengemeinschaft Geeste überzeugt, einen solchen Kurs in Groß Hesepe anzubieten. Gemeindereferentin Annegret Marien nennt den Parkplatz des Gemeindehauses und die ruhigen Straßen bei der St. Nikolaus-Kirche als Übungsstrecken gut geeignet. Pfarrer Jürgen Altmeppen sieht das Kursangebot als wichtige Ergänzung der ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuung im Gemeindeverbund, die vom Bistum Osnabrück gefördert wird.

Mit der RWE. der Allianz-Vertretung Karakaja, Lingen, und dem Zweckverband Erholungsgebiet Hasetal wurden Sponsoren für die Übungsräder des Hase-Ems-Radverleihs gefunden. Somit hält sich die Kursgebühr für die Teilnehmerinnen in tragbaren Grenzen. Mit Theresia Deberst-Debevere vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) hat die KEB eine zertifizierte Radfahrlehrerin nach Groß Hesepe mitgebracht, die an zehn Terminen nach einer bewährten Methode die Teilnehmerinnen schult.

Anfang wird auf dem Parkplatz mit Rollern für Erwachsene geübt. „So lernen die Frauen, dass sie nicht umfallen können, solange sie vorwärts rollen“, erklärt Deberst-Debevere. Dann kommt der Umstieg auf die Fahrräder. Entsprechend der Körpergröße bekamen die Teilnehmerinnen in Groß Hesepe 26-Zoll-Räder zum Üben. Nach den Anfängen auf dem Parkplatz folgte etwas Theorie, denn die Verkehrsregelen müssen bekannt sein. Dafür gibt es mehrsprachige Broschüren. Danach wurde in der Praxis auf den Dorfstraßen das richtige Verhalten im Straßenverkehr geübt.

Die Frauen können ihre Ehemänner und Kinder zu den Übungsterminen mitbringen. Im Pfarrheim gibt es unter Betreuung durch Annegret Marien Gelegenheit zum Spielen und zum Gespräch. Die Radfahrlehrerin Deberst-Debevere staunt, mit welcher Selbstverständlichkeit die Kinder nebenbei das Radfahren lernen und die neuen Kenntnisse ihrer Mütter bei den Verkehrsregeln übernehmen.

Den zehnten Kurs dieser Reihe werten alle Beteiligten als Erfolg. Eine Teilnehmerin berichtet, dass sie mit dem Fahrrad eine Tour vom Ortsteil Geeste nach Dalum unternommen hat. Die anderen nehmen sichtlich stolz ihre Teilnahmezertifikaten in Empfang. In ihren Herkunftsländern, in Afghanistan und Syrien, sei Radfahren etwas für Sportler, die allerdings bei den dortigen Straßenverhältnissen ein hohes Risiko eingehen, erzählen sie. Das Radfahren bedeutet für sie ein Stück Freiheit und Unabhängigkeit im Alltag.


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