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Lkw lag quer auf Fahrbahnen Nach Unfall auf A31 bei Geeste: Autobahn wieder frei

Von Julia Mausch und Christian Lang


jma/chl Geeste. Auf der A31 in Höhe Geeste ist es am Montagmittag zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen. Ein Lastwagen lag quer auf beiden Fahrbahnen, die Autobahn war erst kurz vor Mitternacht wieder frei. Inzwischen steht die Höhe des Sachschadens fest.

Der Lastwagenfahrer, ein 44-Jähriger aus Münster, war auf der Autobahn 31 (A31) in Richtung Emden unterwegs, als gegen 12.30 Uhr zwischen den Abfahrten Geeste und Twist ein Reifen des Lastwagens platzte und der Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor. Mit dem Lastwagen durchbrach er die Mittelschutzplanke.

Lastwagenfahrer bleibt unverletzt

Der Fahrer kippte mit dem mit 20 Tonnen Schrott beladenen Lastwagen-Gespann um – quer auf beiden Fahrbahnen. 500 Liter Diesel lief aus. Glücklicherweise unverletzt konnte sich der Mann aus dem Fahrerhaus befreien, teilte die Autobahnpolizei Lingen auf Nachfrage mit. An der Unfallstelle kam es zu erheblichen Behinderungen. Eigentlich sollte die Autobahn aufgrund der Bergung des Lastwagens bis 20 Uhr in beide Richtungen komplett gesperrt sein, hieß es seitens der Autobahnpolizei. Doch die Arbeiten verzögern sich noch weiter, da unter anderem die Mittelschutzplanke noch erneuert werden muss. Bis kurz vor Mitternacht war die Autobahn noch gesperrt, teilte die Autobahnpolizei am frühen Dienstagmorgen auf Nachfrage mit. Zur Reinigung beziehungsweise Entsorgung des Unfall-Lkw und des kontaminierten Erdreichs waren Vertreter des Landkreises und eine Spezialfirma vor Ort. Die Autobahnpolizei schätzt den entstandenen Schaden auf etwa 100.000 Euro.

Keine Rettungsgasse gebildet

Verzögert wurde die Bergung anfangs durch die Autofahrer, die zum Zeitpunkt des Unfalls auf der A31 unterwegs waren. Der Grund: Laut der Polizei hatten die Autofahrer keine Rettungsgasse gebildet. „Das ist ein bundesweites Problem“, sagt Matthias Albert, Sprecher der Polizei Emsland/Grafschaft Bentheim. Seit Jahren versuche die Polizei, die Autofahrer dafür zu sensibilisieren, sich richtig zu verhalten. Auch der Deutsche Verkehrssicherheitsrat macht seit Jahren Verkehrsteilnehmer mit Plakataktionen auf die richtige Bildung einer Rettungsgasse aufmerksam.

Pistorius fordert höhere Strafen

„Das klappt nicht so, wie es sollte, berichten Polizei, Feuerwehr und andere Retter immer wieder“,äußerte sich Innenminister Boris Pistorius im Sommer vergangenen Jahres, als er die Verkehrssicherheitskampagne „Rettungsgasse“ vorstellte.

Autofahrer stehen kreuz und quer auf der Fahrbahn, für Feuerwehrkräfte und Notärzte gibt es kein Durchkommen. Bei einem Unfall auf der A5 in Hessen im März dieses Jahres mussten Rettungskräfte die letzten 800 Meter bis zum Einsatzort laufen – dabei wurden ihnen Kommentare von Autofahrern wie „Stellt Euch nicht so an“ an den Kopf geworfen.

Vor diesem Hintergrund forderte der Minister damals deutlich höhere Bußgelder wie in anderen europäischen Ländern auch. Pistorius damals: „In Österreich sind mehr als 2.000 Euro fällig, wenn die Rettungsdienste blockiert werden. Bei uns sind es nur 20 Euro.“ Das erzieherische Element wirkt laut Pistorius in Österreich Wunder.

Rettungsgasse

Auf Autobahnen und Straßen mit mehreren Fahrstreifen je Richtung weichen die Fahrzeuge auf der linken Spur nach links aus. Wer auf dem mittleren oder rechten Fahrstreifen unterwegs ist, orientiert sich nach rechts. Die bisherige Regelung, dass auf vierspurigen Autobahnen die Rettungsgasse in der Mitte gebildet wird, gilt seit 2017 nicht mehr.