Tierärztin rät vom Einfangen ab Entlaufenes Känguru erneut bei Geeste gesichtet

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Das entlaufende Känguru, das bei Geeste am Montag gesichtet wurde, ist weiterhin auf freiem Fuß. Am Mittwochmorgen entdeckten Spaziergänger das Beuteltier erneut. Symbolfoto: Tierpark Nordhorn/Franz FrielingDas entlaufende Känguru, das bei Geeste am Montag gesichtet wurde, ist weiterhin auf freiem Fuß. Am Mittwochmorgen entdeckten Spaziergänger das Beuteltier erneut. Symbolfoto: Tierpark Nordhorn/Franz Frieling

Geeste. Das entlaufene Känguru, das bei Geeste am Montag gesichtet wurde, ist weiterhin auf freiem Fuß. Am Mittwochmorgen entdeckten Spaziergänger das Beuteltier. Die Polizei hat einen Spezialisten beauftragt.

Wie Polizeisprecher Dennis Dickebohm auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte, sei das Känguru „noch immer nicht gefasst“. Es sei auch nicht die vorrangige Aufgabe der Polizei, entlaufende Tiere einzufangen. „Von dem Känguru geht keine Gefahr für Menschen und andere Tiere aus“, stellt Dickebohm fest. Man habe aber einen Spezialisten damit beauftragt, sich auf die Suche nach dem „Flüchtigen“ zu machen. Hinweise über die Herkunft oder den Besitzer gebe es bislang nicht. Gesichtet wurde das Känguru zuletzt am Mittwochmorgen erneut im Bereich um Geeste.

Gefahr durch Straßenverkehr

Die Beuteltiere seien durchaus in der Lage, im Emsland in freier Wildbahn zu überleben, sagte Heike Weber, Zootierärztin und Kuratorin des Tierpark Nordhorn. „Zu Fressen finden sie hier genug. Auf ihrem Speiseplan stehen Blätter, Wildkräuter, Knospen und Gras. Am ehesten sind Kängurus von der Ernährung her mit Ziegen vergleichbar.“ Auch das Wetter sei kein Problem, da die Tiere gut mit niedrigen Temperaturen klar kämen. In Mecklenburg Vorpommern gäbe es seit mehr als 15 Jahren frei lebende kleinere und größere Gruppen von Kängurus. Große Gefahr ginge nur vom und für den Straßenverkehr aus. Das Risiko, dass es überfahren wird, sei hoch.

Bei Bedrohung alles andere als harmlos

Vor einem Einfangen des Tieres durch Laien rät die Tierärztin allerdings ab. „Kängurus sind zwar Fluchttiere, aber wenn sie sich bedroht fühlen, können sie alles andere als harmlos sein“, erklärt Weber, und ergänzt: „Sie können heftig mit den Hinterbeinen zutreten, was zu schmerzhaften Verletzungen führen kann.“ Bei einer Sichtung solle man umgehend die Polizei verständigen, die alle weiteren Schritte veranlasse. Das einzig Sinnvolle, das man tun könne, wäre es, das Tier in eine Garage zu locken und dort einzusperren. Auch ein ausreichend hoch eingezäunter Bereich wäre gut. Das würde das Einfangen deutlich erleichtern.

Meldepflicht für Kängurus

Das Halten von Kängurus im Emsland sei grundsätzlich erlaubt, erklärt Anja Rohde von der Pressestelle des Landkreis Emsland. Diese müsse aber bei der Kreisbehörde angemeldet werden, da es Mindestanforderungen an die Haltungsbedingungen gäbe. Eine solche Meldung läge der Behörde aber nicht vor.


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