Neues Gebäude eingeweiht Fünf Ärztinnen praktizieren im Ärztehaus Geeste-Dalum

Von Adelheid Schmitz


Geeste. In Geeste-Dalum ist am Samstag das neu errichtete Ärztehaus eröffnet worden. Pastor Thorsten Jacobs von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Dalum und Pfarrer Jürgen Altmeppen von der katholischen Pfarreiengemeinschaft Geeste weihten die Praxisräume gemeinsam ein.

Im zentral gelegenen Gebäude an der Meppener Straße 3, in direkter Nachbarschaft zur Marien-Apotheke, befinden sich zwei Arztpraxen: im Erdgeschoss die Hausarztpraxis Dalum, im ersten Obergeschoss die Praxis für Kinder- und Jugendmedizin. „Schon vor einigen Jahren zeichnete es sich ab, dass die Räumlichkeiten der Hausarztpraxis in der Ketteler Straße 2 zu klein werden würden“, berichtete der Mediziner Ludger Stauff. Da die Praxis eine Zweigstelle des Medizinischen Versorgungszentrum Holthausen-Biene ist, entschied man sich hier, unter Stauffs Federführung, zum Bau eines neuen Gebäudes.

In Kooperation mit der Gemeinde Geeste und der Kinderärztin Christiane Feller, die in Osterbrock die Praxis Schmidt-Albers übernommen hatte, entstanden 2014 erste Planungen für ein Ärztehaus in Dalum. Mit dem Bau mitten im Ortskern wurde zwei Jahre später begonnen. Am 27. Februar 2017 konnte die Hausarztpraxis Dalum den neuen Standort beziehen, die Praxis für Kinder- und Jugendmedizin einige Wochen später. Finanziell unterstützt wurde der Neubau vom Landkreis Emsland und der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen.

Quadratisch angeordnet

In der Hausarztpraxis Dalum praktizieren drei Ärztinnen. Dorothea Mohammad-Shahi ist Fachärztin für Allgemeinmedizin, Chirurgie und Ernährungsmedizin. Maria Kovaltchouk ist Fachärztin für Allgemeinmedizin und Adelheid Witschen Fachärztin für Allgemeinmedizin, Gynäkologie und Rettungsmedizin.

(Weiterlesen: Ärztehaus in Geeste-Dalum nimmt Formen an)

Die Hausarztpraxis ist wie ein Quadrat aufgebaut, in der Mitte befinden sich die Räume für das Personal, drum herum die Behandlungszimmer. Der Empfangsbereich ist so platziert, dass wichtige Bereiche für Mitarbeiter gut einzusehen sind, wie das Wartezimmer, die Eingangstür und das WC, dennoch sind alle Wege sehr kurz, lobte Stauff die gut durchdachte Anordnung der Räume. Vier Behandlungszimmer, ein Ultraschallzimmer, ein EKG-Zimmer, ein Chirurgieraum für kleine Wundversorgungen, zwei Kabinen für Infusionsbehandlungen, Teeküche, Büro und ein Labor befinden sich hier. Räume und Gänge wurden großzügig geplant, sodass auch Personen mit einem Rollator barrierefrei bequem gehen können. Auch die Tätigkeiten eines vierten Arztes wären uneingeschränkt machbar, so Stauff.

Farbenfrohe Praxis

Im ersten Obergeschoss befindet sich die Praxis für Kinder- und Jugendmedizin. Hier praktiziert Christiane Feller, Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde, sie wird stundenweise unterstützt durch Anne Hall, ebenfalls Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde. In der farbenfrohen Kinderarztpraxis gibt es fünf Behandlungszimmer, jedes wurde in einer anderen Farbe gestaltet, ein kindgerechtes Wartezimmer und verschiedene Untersuchungsräume.

Unterstützt wurde die Gestaltung der Innenräume beider Arztpraxen durch die Innenarchitektin Anke Riekhof. Sie achtete unter anderem darauf, dass elektronische Türöffner in einer Praxis für Allgemeinmedizin erwünscht sind, in einer Kinderarztpraxis jedoch nicht. Kleine Kinder könnten ansonsten ohne Aufsicht ins Treppenhaus gelangen. Aber auch hochwertiges Mobiliar spielte eine große Rolle. Stabile Stühle, die über 120 Kilogramm belastbar sind, und aus hygienischen Gründen Waschbecken ohne Überlauf.

Hygienische Anforderungen

In Zusammenarbeit mit den Ärzten, Arzthelferinnen und dem Hygieneberater Stefan Traxl wurde darauf geachtet, dass alle gesetzlichen Anforderungen besonders im Bereich der Hygiene erfüllt wurden – vom Fußbodenmaterial über das Waschbecken bis hin zur Reinigung und Sterilisation medizinischer Instrumente. Die Instrumentenaufbereitung findet im gemeinschaftlich genutzten Aufbereitungsraum statt, mithilfe eines Autoklaven. Der ganze Vorgang ist computergesteuert und überwacht. Auch hier müssten bestimmte Anforderungen des Robert Koch-Institutes erfüllt werden.

Weitere gemeinschaftlich genutzte Räume befinden sich im ersten Obergeschoss, wie eine Küche, das Archiv und die Personalumkleideräume. Im zweiten Obergeschoss befinden sich drei Wohnungen. Ein Fahrstuhl ist vorhanden.

Medizin wird weiblich

Stauff freute sich, das fertige Ärztehaus vielen Gästen präsentieren zu können. Er sieht die ärztliche Versorgung in der Gemeinde Geeste durch drei praktizierende Ärztinnen im neuen Ärztehaus mittel- bis langfristig gesichert. „Wir sind froh, dass wir Adelheid Witschen für unsere Praxis gewinnen konnten.“ Stauff betonte: „Die Medizin liegt in weiblicher Hand, ein Trend, der bundesweit absehbar ist, denn bedeutend mehr Frauen als Männer studieren Medizin. Im Ärztehaus Geeste trifft diese Aussage schon jetzt zu.“


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