Schüler diskutieren Menschenrechte Mitmach-Theater Scheselong fasziniert in Geeste

Von Mascha Abeln

Im Anschluss an die Aufführung standen die Schauspieler Lisa Blaschke, Abdullah Ericek und Max Reisinger gemeinsam mit Regisseur und Projektleiter Cüneyt Ogan für eine Podiumsdiskussion bereit. Foto: Mascha AbelnIm Anschluss an die Aufführung standen die Schauspieler Lisa Blaschke, Abdullah Ericek und Max Reisinger gemeinsam mit Regisseur und Projektleiter Cüneyt Ogan für eine Podiumsdiskussion bereit. Foto: Mascha Abeln

Geeste. Das Mitmach-Theater Scheselong hat die Schüler der Geschwister-Scholl-Schule in Geeste zum Nachdenken angeregt. Thema waren die Menschenrechte.

„Liebe Asylbewerber! Willkommen in Deutschland“: Mit diesen Worten beginnt das Theaterstück „UnterMenschen“ des Theaters Scheselong aus Berlin, das in Geeste gastierte. Das aufgeführte Stück ist eines von zahlreichen Projekten, die das freie Jugendtheater Scheselong bundesweit in Schulen aufführt, um so politische und soziale Themen anzusprechen.

Dem Publikum, das aus den siebten Klassen der Geschwister-Scholl-Schule bestand, wurde schnell klar, um was es in „UnterMenschen“ geht. Gespannt lauschten die Schüler den Rollen von Andreas, einem Deutschen, und Mussa, einem Türken. Ihre Geschichte ist verstrickt, denn sie kennen sich aus einem Urlaub von Andys Familie: Mussa arbeitete damals im Clubhotel und die zwei verstanden sich gut. Etwa 50 Minuten lang spielt das Stück, in dem sich Andreas faschistisch radikalisiert und Mussa aus der Türkei fliehen muss, um nicht dem gleichen Schicksal zu erliegen, wie sein Vater – dem Tod durch Verfolgung wegen angeblicher Organisation eines Aufstandes.

Radikalisierung

Auch die Geschichte kommt zum Tragen: Als Andreas wegen eines Angriffs auf ein Aufnahmelager für Geflüchtete vor Gericht steht, erklärt die Richterin, gespielt von Lisa Blaschke, dass das Recht auf Asyl, welches in §16 des Grundgesetztes verankert ist, erst aufgrund der Geschehnisse vor und während des Zweiten Weltkrieges erschaffen wurde.

Das Thema ist so aktuell wie nie und „UnterMenschen“ ist dabei nicht nur ein Theaterstück: Das Projekt umfasste zudem eine direkt im Anschluss stattfindende offene Diskussionsrunde, in der die Schüler Fragen stellen konnten. Diese Möglichkeit nutzen einige nicht nur, um über die Inhalte zu sprechen, sondern auch, um etwas über die Schauspielerei und die nötige Ausbildung zu erfahren.

Zusätzlich bot die Theatergruppe um Projektleiter Cüneyt Ogan Workshops an, in denen die Schüler sich in Rollenspielen aktiv mit Ausgrenzung und verschiedenen Vorurteilen auseinandersetzen konnten. Ziel des Projektes, das durch den Förderverein der Schule und durch das Land Niedersachsen mitfinanziert wurde, sind vor allem die Empathieförderung und der Abbau rassistischer Einstellungen.


0 Kommentare