Der Witz des Landlebens Marunde stellt im Emsland-Moormuseum in Geeste aus

Von Iris Kroehnert

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Geeste. Zwei Hallen voller Wände mit Cartoons von Wolf-Rüdiger Marunde laden zum Schauen, Betrachten und vor allen Dingen zum Schmunzeln ins Emsland Moormuseum nach Geeste-Groß Hesepe ein.

Museumsleiter Michael Haverkamp dankte seinem Stellvertreter Ansgar Becker für die Idee. „Zur Dienstbesprechung vor etwa einem Jahr brachte Becker ein Cartoon Marundes mit, welches im Motiv wie kein zweites auf das Emsland zu passen schien“, berichtete Haverkamp. Schnell wäre man sich einig geworden, den bekannten Cartoonisten zu kontaktieren. Haverkamp und Erster Kreisrat Martin Gerenkamp, waren sich einig, dass sich kein Thema besser für hintergründigem Humor und beißenden Spott eignen würde, wie der Dreiklang „Stadt – Land – Leben“. „Wie kein zweiter führt er den Witz des Landlebens, des Alltags und der soziokulturellen Gegensätze in seinen Cartoons zur Perfektion“, sagte Haverkamp.

Wolf-Rüdiger Marunde lobte die Räumlichkeiten des Moormuseums. Als Künstler bezeichnet sich der Cartoonist nicht. „Gut zeichnen konnte ich schon als Schüler“, erinnerte er sich. Noch vor seinem Abitur bestand er die Aufnahmeprüfung an einer Fachhochschule für Grafik-Design. „Es war ein schöner Tag, als ich mich vom Gymnasium abgemeldet habe“, berichtete er weiter. Nach vier Semestern Grundlagenstudium hätte er Kunstlehrer werden können, „aber ich studierte weiter“, so Marunde. Bei Aufenthalten in Frankreich kam der angehende Cartoonist mit Comics für Erwachsene in Kontakt. Die „Frankfurter Schule“ im Grafik-Design hat ihn fasziniert. „Das war viel Schwarzweiß und es waren viele feine Striche“, erklärte Marunde. In seiner Abschlussarbeit hätte er angefangen mit Farbe zu arbeiten. „Mein Thema war die politische Karikatur“, erinnert sich der Cartoonist.

Marunde gelang es, über einen Freund Kontakt zu Erhard Kortmann, Redakteur bei der Illustrierten „Stern“ und damals „zuständig für Witz, Satire und Ironie“, aufzunehmen, und gewann einen Auftraggeber. Etwa ein Jahr später wechselte der Cartoonist zur „Brigitte“, einer Frauenzeitschrift. „Ich bekam dort Farbseiten“, freute sich Marunde und berichtete davon, wie die Serie „Marundes Landleben“ entstand. „Diese Serie hat mir ein Alleinstellungsmerkmal gegeben“, sagte Marunde.

Wohl selten konnte man im Museum so viele fröhliche und lachende Menschen vor den Exponaten sehen, wie bei der Eröffnung der Ausstellung. Wohl fast jeder, der auf dem Land lebt, kann sich in den Bildern von Marunde wieder finden oder erkennt Situationen, die er selber auf dem Lande erlebt hat.

„Ich lebe selber auf dem Lande“, erklärte Marunde seinem Publikum. „Früher war ich in der Feuerwehr und die Übungsabende waren regelmäßig ein Quell für meine Arbeiten.“ Folglich wären die meisten seiner Arbeiten der Realität oder realen Situationen nachempfunden. Seit 1995 erstellt Marunde Woche für Woche Cartoons für die Zeitschrift „Hör Zu“. Über seinen Arbeitsablauf berichtete er: „Meistens denke ich mir montags einen Witz aus, dann wird gearbeitet, am Donnerstag wird die Datei mit dem fertigen Bild versand.“ Für Urlaubszeiten müsste vorproduziert werden.

„Ich bin jetzt 63 Jahre alt, wenn ich noch zehn Jahre weitermache, bekomme ich so etwas wie eine Rente“, sagte er. Der Cartoonist wendet vornehmlich drei Techniken an: Aquarell, Öl auf Leinwand oder Acryl auf Leinwand. Die Berufsaussichten für Cartoonist bezeichnete er als „heute eher schlecht. Ich habe noch in den goldenen Jahren angefangen.“


Wolf-Rüdiger Marunde stellt im Emsland Moormuseum 141 Cartoons aus sowie 20 Fotografien. Zu sehen ist die Ausstellung „Am Busen der Provinz“ bis zum 16. Juli 2017. Das Museum ist täglich, außer montags, von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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