Mit Gift und Mikroorganismen Schüler experimentieren bei Klasmann-Deilmann

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Geeste. Wie sich Schadstoffe und Mikroorganismen auf das Pflanzenwachstum auswirken, konnten Schüler des Gymnasium Marianum Meppen bei der Klasmann-Deilmann GmbH in Geeste erforschen. Sie bereiten sich auf den Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ am 23. und 24. Februar in Lingen vor.

Viel versprechen die Anbieter von Effektiven Mikroorganismen (EM) den Pflanzenzüchtern. Alexander Basenius (8. Klasse) und Timo Vähning (11. Klasse) machten Tests mit Basilikum und Paprika. Eine Versuchsreihe Pflanzen musste unbehandelt wachsen, eine weitere bekam das vom Anbieter empfohlene Quantum und die dritte Reihe erhielt sogar die doppelte Dosis. Sie verglichen das Wachstum, die Wurzel- und Fruchtbildung. Die Unterschiede waren gering, berichten sie, das „Wundermittel“ wirkte kaum. Allerdings hat ihnen Klasmann-Deilmann ein optimal für den Bedarf der Pflanzen abgestimmtes Substrat zur Verfügung gestellt. Jetzt fragen sie sich, ob bei Böden, die Mängel aufweisen, EM diese ausgleichen können.

Die Achtklässler Sebastian Berentzen und Christoph Thale hatten in der Zeitung von einem Piniensterben in Italien gelesen. Wissenschaftler vermuten, dass Giftstoffe aus der Industrie über den Fluss Arno ins Meer gelangen und als Aerosol, also in feinsten Tröpfchen, mit dem Wind vom Meer her die Bäume schädigen. Pinien sind zu groß, aber an Chinakohl und Salat lässt sich forschen, meinten die Schüler. Also wurden Pflanzen der im Wasser des Arno enthaltenen Substanz Butandiol ausgesetzt, die unter anderem als Lösungsmittel dient. Es zeigte sich, dass Butandiol die Wachsschicht der Blätter zerstört, weitere Schadstoffe und Schädlinge können dann leichter die Pflanzen angreifen. Dies erhärte den Verdacht, den die Wissenschaftler in Italien haben, sagen sie.

Preise gewonnen

Die für Mathematik und Naturwissenschaften zuständige Koordinatorin beim Marianum, Regina Wilkens, hatte sich aus gutem Grund mit der Jugend-forscht-AG an den Substrathersteller in Groß Hesepe gewandt: „Vor mehreren Jahren hat schon einmal eine Gruppe hier in Geeste bei Klasmann-Deilmann geforscht. Damals ging es um Terra preta, die Indianer-Schwarzerde. Mit dem Projekt haben die Schüler viele Preise gewonnen.“

Der Agrarbiologe Bernd Hinrich Nordzieke, Projektmanager im Bereich Forschung und Entwicklung hat die Jugendlichen begleitet. „So ein Projekt ist eine gute Möglichkeit, junge Menschen für die wissenschaftlichen Aspekte des Gartenbaus zu begeistern.“ Weil die Zahl der Studienanfänger im Bereich Gartenbau rückläufig ist, liege die Verantwortung bei der Branche, das Interesse zu wecken. „Und wenn eine Schule auf uns zukommt, ist es natürlich eine Selbstverständlichkeit, dass wir so ein Vorhaben unterstützen. Durch das neue Gewächshaus, welches wir in diesem Jahr errichten werden, können wir nicht nur unsere interne Forschung intensivieren, sondern auch externe Arbeitsgruppen wie beispielsweise Schulen professionell begleiten“. Nordzieke ist selbst Absolvent des Gymnasium Marianum.

Ansprechpartner der Schule

Die Synergieeffekte nehmen Klasmann-Deilmann und das Gymnasium Marianum zum Anlass für eine langfristige Kooperation. „Auf eine intensivere Zusammenarbeit freuen wir uns“, antwortete Ausbildungsleiterin Andrea Bruns auf die Anfrage der Schule. „Wir sind immer daran interessiert, junge Menschen früh für die Gartenbaubranche und unser Unternehmen zu begeistern.“ So wird Klasmann-Deilmann in Zukunft für die Schule nicht nur Ansprechpartner sein, wenn es um die Begabtenförderung in Form von Projekten wie „Jugend forscht“ geht. Darüber hinaus wird das mittelständische Unternehmen in Groß Hesepe die Schule bei der Berufsorientierung im Rahmen von Praktika unterstützen. Und im Leistungskurs- sowie Arbeitsgemeinschaftsbereich sollen Projekte mit Praxisbezug in Labor und Gewächshaus des Substratherstellers ermöglicht werden.

Schulleiter Leo Pott sieht die Zusammenarbeit als Chance bei Kindern und Jugendlichen frühzeitig das Interesse an Naturwissenschaften zu wecken und gleichzeitig die Begabtenförderung mit Praxisbezug an der Schule auszuweiten. Denn in den Forschungsabteilungen von Unternehmen bestehen Möglichkeiten, die auch eine gut ausgestattete Schule so nicht bieten kann.


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