Die Folgen der Reformation Emsland-Jahrbuch 2017 in Geeste vorgestellt


Geeste. Die Reformation, die 1517 mit der Veröffentlichung der Thesen Martin Luthers begann und ihre Folgen für die Region sind zentrales Thema im neuen Jahrbuch des Emsländischen Heimatbundes.

Bei der Vorstellung des 63. Bandes der Reihe im Martin-Luther-Haus in Geeste-Dalum sagte der Vorsitzende des Heimatbundes, Hermann Bröring , dass angesichts der gravierenden Auswirkungen dieses historischen Geschehens auf die Region eine umfassende oder gar abschließende Darstellung im Rahmen eines Schwerpunktthemas im Jahrbuch nicht möglich ist. Aber es die Beiträge sollen Grundlagen schaffen, auf denen weitergearbeitet werden kann und aus denen heraus später ein Stück weit die Region in ihrer Zeitgebundenheit sichtbar wird.

Zum Kapitel Reformation im Emsland-Jahrbuch gehören die Beiträge über die Reformation im Emsland und in der Grafschaft Bentheim mit ihren bis in die heutige Zeit reichenden Nachwirkungen, beschrieben von Steffi Kleiß. Andrea Kaltofen hat sich mit den Notkirchen für die durch Flucht und Vertreibung stark angewachsenen lutherischen Gemeinden 1949 bis 1953 befasst. Die Verschiebung der Konfessionsstruktur als Folge des Zweiten Weltkriegs führte zu einer kontrovers geführten Auseinandersetzung um konfessionsgebundene Schulen im Emsland. Dazu hat Ludwig Remling einen Diskussionsbeitrag aus heutiger Sicht geliefert. Spätestens mit der Einführung einer lutherisch geprägten Kirchenordnung in der Grafschaft Lingen 1543 begann eine geistige Auseinandersetzung, die in Lingen zur Gründung der Lateinschule 1680 und der Hohen Schule 1697 führte. Das Gymnasium Georgianum bewahrt in der Nachfolge dieser beiden Bildungsanstalten deren Bibliothek mit seltenen alten Bibeldrucken. Heinz Buss stellt Beispiele im neuen Band vor.

Wiener Kongress

Einen Bezug zur Reformation hat der Beitrag von Hans-Georg Aschoff „Der Wiener Kongress und Hannovers Ausdehnung nach Westen“ . Als das Emsland 1815 dem Königreich Hannover zugesprochen wurde, bekam es einen protestantischen Landesherrn und durch den Zuzug evangelisch-lutherischer Beamtenfamilien vergrößerte sich der Anteil dieser Konfession in den Verwaltungszentren. Mit Baugeschichte befassen sich die Beiträge von Mirko Crabus „Alte Posthalterei und Große Straße in Lingen“ und von Joachim Stark „Meppen im späten Mittelalter - Stadtbefestigung, Siedlung und Markt im archäologischen Befund“. Von Hans-Joachim Fritze stammt der Beitrag „Eine Kirchengemeinde rebelliert - Die Auseinandersetzung um die Besetzung der protestantischen Pfarrstelle in Freren 1939“. Mit dem 178 Jahre alten Pfarrgarten in Emsbüren hat sich Fred-Günther Schroeder befasst.

Moor und Wald

Kritische Anmerkungen zur Überlieferung macht André Kötter in seinem Beitrag „Bauern und Adel im nördlichen Emsland und auf dem Hümmling im späten Mittelalter“. Uwe Carli schreibt über „Zehn Jahre Internationaler Naturpark Bourtanger Moor-Bargerveen“, Tobias Böckermann stellt in seinem Beitrag „Der Fullener Wald - grünes Experiment auf Hochmoor“ eine Besonderheit im Naturpark vor. „Über den Umgang mit den Wegen auf Clemenswerth“ haben sich Andrea Kaltofen und Rainer Schomann Gedanken gemacht. Aktuelles und den Umgang mit der Vergangenheit thematisiert Peter Fischer in seinen „Überlegungen zur Gedenkstätte Esterwegen “. Josef Grave beschildert den „Weg zur Gründung der Emsländischen Landschaft e. V. für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim.

Mit dem Beitrag von Bernhard Herbers über „Ludwig Spieß und sein Vermächtnis zum Wohl der Armen in der Gemeinde Lotten und der Stadt Haselünne“, den Nachrufen auf Petra Berning, Harald Müller und Hans Taubken werden Persönlichkeiten und ihr Engagement für das Emsland gewürdigt.

Der Band ist ab sofort im Buchhandel erhältlich.


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