Fair hergestellte Lebensmittel Markt für Genießer in Groß Hesepe Publikumsmagnet

Von Iris Kroehnert

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GEESTE. Bereits zum neunten Mal hat am Sonntag am Siedlerhof auf dem Gelände des Emsland Moormuseums in Groß Hesepe der Markt für Genießer stattgefunden. Diesmal war Ostfriesland das kulinarische sowie regionale Schwerpunktthema.

Mit der Ostfriesen-Tee-Crème schien Küchenchef Helmut Backers vom gleichnamigen Landgasthof aus Twist den Publikumsgeschmack getroffen zu haben. Die Süßspeise ging weg, „wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln und war in Nullkommanichts ausverkauft“, wie Leni Jansen, Mitarbeiterin des Landgasthofs verriet. Zwar sei der Besuch am Vormittag verhalten gestartet, „doch mit der Mittagszeit waren die Besucher da“, freute sich Backers.

Wetter spielte mit

Noch mehr füllte sich das Museumsgelände zwischen dem Feldbahnhof, der Kabelkrananlage und dem Siedlerhof am Nachmittag. „Das Wetter war heute, ehrlich gesagt, meine größte Sorge“, sagt der stellvertretende Museumsleiter Ansgar Becker. Zwar blinzelte die Sonne erst in den späten Nachmittagsstunden hervor, aber es blieb den ganzen Tag trocken bei bedecktem Himmel.

Die Stimmung bei Besuchern und Ausstellern war durchweg gut. Leni Jansen kam kaum nach, die Suppentassen mit Kartoffelsuppe mit Krabben zu füllen. Und auch Tobias Lübberink, Marc Gelschefarth und Maximilian Hartmann, die in der Küche des Siedlerhofes die Speisen zubereiteten, freuten sich über viel Zuspruch. „Die Leute sind begeistert und sehr interessiert“, sagt Lübberink. Das Interesse gelte vornehmlich der Herkunft des Fleisches und wie es zubereitet wird, berichtete er weiter. Darüber gab auch Helmut Backers auf der Küchenbühne Auskunft. Beim Schaukochen verriet er seinem Publikum viele Profitipps und –tricks.

Slow Food

Am Stand von Mitveranstalter Slow Food Deutschland und dem Convivium Osnabrück antworteten Edgar Klinger und seine Vereinskollegen auf die Fragen der Besucher. „Wir fordern Lebensmittel, die gut, sauber und fair hergestellt sind“, erklärt Klinger das Vereinsziel. Bei Slow Food handelt es sich um eine weltweite Organisation. „Dieser sehr besondere Markt am Moormuseum hat sich in den vergangenen zehn Jahren gut herumgesprochen“, findet Klinger. Weiter lobte er den Austausch zwischen den Ausstellern und Besuchern. „Die Bedeutung von Essen ist ein Stück weit verloren gegangen“, bedauerte Klinger. Dem wolle sein Verein entgegenwirken. „Die Angebote auf diesem Markt werden oft nach traditionellen Rezepten zubereitet und es werden keine Geschmacks- und Aromastoffe verwendet“, zeigt Klinger auf.

Kleiner Wilddieb

„Der kleine Wilddieb“ aus Großefehn in Ostfriesland war zum ersten Mal als Aussteller dabei. „Wir verkaufen Fleisch vom Dammwild, Reh, Wildschwein, Fasan, Hasen und Kaninchen“, sagte Alisa Spada. „Wir verkaufen ausschließlich Fleisch von freilaufenden Tieren und arbeiten eng mit den Land- und Fortwirtschaftsämtern zusammen.“ Von der Veranstaltung zeigte sie sich „positiv überrascht“ und lobte den guten Verkauf. Auch an ihrem Stand sei die meist gestellte Frage die nach der Herkunft des Fleisches. Viele würden auch wissen wollen, ob Hausschwein in den Produkten steckt. „Das ist bei unseren Produkten selbstverständlich nicht der Fall“, betont Spada.

Ganz aus Georgsmarienhütte kam Besucher Joachim Kreienbrink zusammen mit seiner Ehefrau. Der weite Weg hätte sich für das Ehepaar gelohnt. „Wir haben Feldsalatpflanzen eingekauft und Marmeladen“, berichtet er. „Besonders die aus Kirschen und Marzipan hat es meiner Frau angetan“, schmunzelte er. „Ich bin zum ersten Mal im und am Moormuseum und bestimmt nicht zum letzten Mal“, versicherte er.

Erfolgreiche Premiere

Premiere auf dem Markt der Genießer hatte auch der Naturhof Buschwiesen aus Freren. „Im vergangenen Jahr waren wir als Besucher hier“, berichtet die Inhaberin des Naturhofes, Melanie Haver, „da wurde uns schnell klar, dass wir als Aussteller wiederkommen müssen“. Die Entscheidung sei richtig gewesen. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Marktverlauf“, sagt sie. Auch sie lobte die interessierten Besucher. „Von der Zusammensetzung der Marmeladen bis zur Herkunft des Fleisches wollen sie alles wissen“, berichtete Haver weiter. Besonders groß sei das Interesse am Schwäbisch-Hällischem Schwein, das auf dem Naturhof zu Hause ist. Daneben sind dort Ziegen, Schafe, Enten, Hühner und Gänse beheimatet. „Aber ausschließlich nur alte und vom Aussterben bedrohte Haustierrassen“, hob Haver hervor. Das Konzept des Marktes bezeichnete sie als stimmig. „Schauen Sie sich um“, sagte sie, „an allen Ständen wird probiert, verglichen und eingekauft.“

Dazu gab es ein unterhaltsames Rahmen- und Kinderprogramm mit vielen Koch- und Backaktionen. Für Livemusik sorgte die Gruppe EL is fine aus Meppen.


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