Initiative trifft sich Bartning-Notkirchen wie in Geeste-Dalum sollen Weltkulturerbe werden

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Geeste. Die nach dem Zweiten Weltkrieg von Otto Bartning geschaffenen Notkirchen sollen von der Unesco als Weltkulturerbe anerkannt werden. So will es die Otto-Bartning-Arbeitsgemeinschaft Kirchenbau (OBAK), deren Mitglieder sich jetzt in Geeste-Dalum getroffen haben. Dort steht mit der Pauluskirche der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde eine jener Notkirchen.

Der Architekt Otto Bartning (1883–1959) gilt als wichtigster deutscher Kirchenbaumeister im protestantischen Bereich, Begründer des modernen evangelischen Kirchenbaus sowie, neben Walter Gropius, als Mitbegründer der Bauhausidee. Bartning erbaute 150 Kirchen im In- und Ausland. In Deutschland sind 109 Bartningkirchen erhalten, darunter 92 Serienkirchen der Nachkriegszeit, bekannt als sogenannte Notkirchen, eine Friedhofskapelle, außerdem über 20 nicht-kirchliche Bauwerke.

Im Emsland wurden Bartning-Kirchen neben Dalum auch in Leschede, Sögel, Werlte und Bawinkel gebaut. Architekt Otto Bartning initiierte nach dem Zweiten Weltkrieg als Leiter der Bauabteilung des Evangelischen Hilfswerks, dass mithilfe des Lutherischen Weltbundes Kirchen errichtet werden konnten. Er hatte ein einheitliches System aus serienmäßig vorgefertigten Bauteilen für Notkirchen, Gemeindezentren und Diasporakapellen erarbeitet. Das aus Holz errichtete Gebäude erinnert an ein Zelt, eine Jurte: an das „Zelt Gottes unter den Menschen“.

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Die Pauluskirche der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde ist eine der Notkirchen, die Bartning entworfen hat und in der sich zahlreiche Flüchtlinge und Vertriebene zu Gottesdiensten versammelten. 1950 in nur halbjähriger Bauzeit errichtet, ist sie seit 2007 denkmalgeschützt.

Die OBAK-Mitglieder aus Chemnitz, Erfurt, Essen, Hannover, Berlin, Aachen, Wolfsburg und Bremen pflegen das Andenken des schaffensreichen Architekten. Sie wollen beantragen, eine Auswahl der zwischen 1947 und 1953 erbauten Notkirchen Bartnings als Weltkulturerbe anzuerkennen: „als einzigartiges Ensemble der Erinnerung mit herausragender architektur-, kultur- und kirchengeschichtlicher Bedeutung“, wie die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde in einer Pressemitteilung schreibt. Die Kirchengemeinde in Dalum sammelte bis heute bundesweit die meisten Unterschriften für die Aktion.

Der im Amt bestätigte Vorstand berichtete über die zahlreichen EU-Projekte, an denen die OBAK aktiv beteiligt ist. Im Luther-Jubiläumsjahr 2017 soll die nächste Versammlung in Erfurt stattfinden. Den Abschluss der Wochenendtagung bildete ein gemeinsamer Gottesdienst in der Pauluskirche, der neben einem Grußwort des OBAK von Prädikantin Pradel aus Meppen, Ortspastor Thorsten Jacobs und seinem Vorgänger Pastor in Ruhe, Diedrich Kohnert gestaltet wurde.


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