30 Stunden im Feuerwehreinsatz 1975 konnte Waldbrand vor Varloh gestoppt werden

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Geeste. Das Dorf Varloh ist vor 40 Jahren nur knapp der Zerstörung entgangen. Bei dem ausgedehnten Waldbrand östlich und nördlich der Ortschaft konnte ein Übergreifen der Flammen auf die Häuser verhindert werden.

1975 gab es einen trockenen Sommer. Zwischen Freitag, 8., und Sonntag, 10. August, mussten die Feuerwehren im damaligen Kreis Meppen elf Flächen- und Moorbrände bekämpfen. Die Feuerwehren Groß Hesepe, Meppen, Twist, Schöninghsdorf und Osterbrock standen seit Freitag gemeinsam bei mehreren Moor- und Heidebränden im Einsatz. Dann wurde gegen 13 Uhr am Samstag ein Feuer in den Varloher Tannen gemeldet. Die Feuerwehr Osterbrock sah bei der Anfahrt zum Einsatzort gewaltige Rauchwolken und forderte Unterstützung an.

Ein Bodenfeuer hatte sich von einem Straßenrand her weit in den Wald gefressen und loderte an Bäumen hoch. Feuerwehrfahrzeuge, die in den Wald hineinfuhren, mussten sich sofort wieder zurückziehen, wobei sie großes Glück hatten, nicht vom Feuer eingeschlossen zu werden, denn der Wind hatte sich gedreht. Der Brand breitete sich rasend schnell aus.

Die Einsatzleitung um Meppens Stadtbrandmeister Franz Hornung , die von Oberforstmeister Edo-Friedrich Fremer beraten wurde, konzentrierte sich darauf, ein Übergreifen der Flammen auf das Dorf und weitere Waldgebiete zu verhindern. Oberkreisdirektor Dr. Walter Kolck löste Katastrophenalarm aus. Die Durchgangsstraßen in der Nähe der Brandstelle waren dadurch für den öffentlichen Verkehr gesperrt. 15 Feuerwehren aus dem Kreisgebiet und den Nachbarkreisen kamen nach Varloh und dazu das Technische Hilfswerk und das Deutsche Rote Kreuz, sodass 180 Einsatzkräfte, unterstützt von Freiwilligen, das Feuer bekämpften. Vier Helfer erlitten Rauchvergiftungen. Sie wurden vom DRK versorgt und im Krankenhaus Ludmillenstift Meppen weiterbehandelt.

Die Polizei setzte einen Hubschrauber ein, um die Ausbreitung des Brandes erkennen zu können. Sie koordinierte den Funkverkehr für die Einsatzleitung. Erst 1971 waren die letzten Feuerwehrfahrzeuge im Kreis Meppen mit Funk ausgestattet worden, und alle Feuerwehren hatten bis zu diesem Jahr Tanklöschfahrzeuge erhalten, was die Löscharbeiten erleichterte.

Panzer räumen Schneisen

Gegen 14.30 Uhr traf ein Bergepanzer von der Wehrtechnischen Dienststelle der Bundeswehr (WTD 91) aus Meppen ein, der mit seinem Räumschild Schneisen im Wald verbreiterte und so die Ausbreitung des Feuers stoppte. Er wurde bald von einem Pionierpanzer der Panzerbrigade 33 aus Lingen unterstützt.

Einwohner von Varloh machten sich zur Flucht bereit, während die Feuerwehrleute wenige Meter vor den Häusern die Ausbreitung der Flammen stoppten. Gefährdet war ebenso das Wasserwerk Varloh, dass weite Teile des Landkreises versorgte.

Um 19.30 Uhr wurde der Katastrophenalarm aufgehoben, da das Feuer unter Kontrolle war. Ohne den Einsatz der Panzer wäre es gar nicht möglich gewesen, in so kurzer Zeit das Feuer unter Kontrolle zu bekommen, erklärte Oberkreisdirektor Kolck in einem Dankschreiben am 15.August.

Überall gab es am Abend noch schwelendes Holz, aus dem immer wieder neue Flammen züngelten. Die Feuerwehren aus Osterbrock und Meppen übernahmen während der Nacht die Brandwache. Nach über 30 Stunden im Einsatz wurde die Osterbrocker Feuerwehr am Sonntagmorgen von freiwilligen Helfer aus Varloh abgelöst, bis am Mittwoch der technische Zug und Fernmeldetrupp des DRK aus Meppen die weiteren Nachlöscharbeiten bis zum Samstag übernahmen.

Als am Samstag ergiebige Regenfälle niedergingen, war die Gefahr vorüber. Am Sonntagmorgen trat noch einmal der Krisenstab zusammen, um über weitere Maßnahmen zu sprechen. Insgesamt hatte die Feuerwehr Osterbrock 13 Tage ununterbrochen im Einsatz gestanden.

Der Sachschaden wurde auf 200000 DM geschätzt. Von 70 Hektar Wald, die dem Feuer zum Opfer fielen, sind heute 60 Hektar wieder aufgeforstet. Wegen der Brandentstehung an der Straße Zur Schleuse wurde vermutet, dass eine aus einem Auto herausgeworfene Zigarettenkippe der Auslöser der Katastrophe war.


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