Ursachensuche geht weiter Nach Explosion in Geeste berät US-Experte am Brandort

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Ein Sachverständiger aus dem US-Bundesstaat Texas (im roten Overall) nahm gestern die stark beschädigte Bohranlage in Geeste in Augenschein. Foto: Tim GallandiEin Sachverständiger aus dem US-Bundesstaat Texas (im roten Overall) nahm gestern die stark beschädigte Bohranlage in Geeste in Augenschein. Foto: Tim Gallandi

Geeste. Zwei Tage nach dem verheerenden Brand einer Erdölbohrung im emsländischen Geeste, bei dem vier Arbeiter schwerste Brandverletzungen erlitten, steht die Ursache für die folgenschwere Explosion noch nicht fest. Das Feuer ist zwar gelöscht, das Bohrloch aber noch nicht verschlossen. Bei den Sicherungsarbeiten hat GdF Suez E & P Deutschland Unterstützung von einem Brandexperten aus den USA erhalten.

Dieser nahm am Donnerstagnachmittag zusammen mit Vertretern des Krisenstabs die Unglücksstelle in Augenschein und sprach mit der Einsatzleitung der Feuerwehr. Nach Angaben von GdF Suez ist das Bohrloch bereits ausgeschäumt und mit Salzwasser geflutet worden. Zudem werde immer wieder gemessen, ob noch Gas austritt. Als endgültig gesichert gilt das Bohrloch allerdings erst, wenn es verschlossen ist. Trümmer der Bohranlage stehen diesem Schritt noch im Wege.

Nach Schilderung der GdF Suez fanden am Dienstag an der rund 600 Meter tiefen Bohrung Instandhaltungsarbeiten statt. Der Unfall passierte, als die sogenannte Komplettierung aus der Bohrung ausgebaut wurde. Beim Fortgang der Arbeiten stieg unerwartet Gas aus der Bohrung und explodierte. Die genaue Herkunft des Gases und die Zündquelle sind laut GdF Suez noch nicht geklärt.

Wie Unternehmenssprecher Stefan Brieske am Donnerstagnachmittag erklärte, ist der Mast des Bohrturms mithilfe eines Krans stabilisiert worden. Der Zugang zum Bohrlochkopf werde jedoch immer noch durch die stark beschädigte Winde behindert, die zunächst gesichert und abgebaut werden müsse. „Wir müssen also als Erstes die Unfallstelle aufräumen, um wieder einen Zugang zum Bohrloch zu bekommen“, erläuterte Brieske.

Rat hierbei, ebenso wie Unterstützung bei der Suche nach der Brandursache, erhält der Krisenstab von dem aus dem US-Bundesstaat Texas angereisten Fachmann. Dessen Expertise ist nach Worten des Unternehmenssprechers nötig, da es sich bei diesem Unglück um einen Extremfall handelt: „Bei einem Ereignis dieser Tragweite müssen wir auf Erfahrungen zurückgreifen, die woanders vorhanden sind.“

Der Krisenstab der GdF Suez besteht aus einem Team aus unterschiedlichen Facheinheiten und Experten – vor Ort im Feld Bramberge und in der Unternehmenszentrale in Lingen. Weitere der insgesamt 55 Bohrungen innerhalb des 27 Quadratkilometer großen Feldes seien von dem Unfall nicht betroffen, teilte das Unternehmen mit.

Der Einsatzleiter der Feuerwehr Osterbrock, Burkhard Kalmer, erklärte unterdessen, die vier bei dem Unfall schwerstverletzten Arbeiter hätten unmittelbar nach dem Unglück in Lebensgefahr geschwebt. Dass das Gegenteil der Fall sei – wie in dieser Zeitung zitiert – habe er nie gesagt: „Da hat man mich falsch wiedergeben.“ Die Bilder der Verunglückten seien für ihn und seine Kameraden nur sehr schwer zu verarbeiten, sagte Kalmer.


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