Verletzte waren in Lebensgefahr Suche nach Explosionsursache in Geeste geht weiter

Von Tobias Böckermann


Geeste. Auch fast zwei Tage nach dem verheerenden Brand einer Erdölbohrung im emsländischen Geeste steht die Ursache für die folgenschwere Explosion noch nicht fest. Wie das Unternehmen GdF Suez E & P Deutschland am Mittag mitteilte, wird noch am Donnerstag ein Experte aus den USA erwartet.

Er soll die Ursache für die Explosion klären, die am Dienstagabend vier Schwerverletzte gefordert hatte. Der Einsatzleiter der Feuerwehr Osterbrock, Burkhard Kalmer, teilte unterdessen mit, die vier Arbeiter seien schwerst verletzt worden und hätten unmittelbar nach dem Unglück in Lebensgefahr geschwebt. Das das Gegenteil der Fall sei – wie in dieser Zeitung zitiert – habe er nie gesagt. „Da hat man mich falsch wiedergeben“, sagte Kalmer. Und dass die Bilder der Verunglückten für ihn und seine Kameraden nur sehr schwer zu verarbeiten seien. Wie es den Verletzten am Donnerstag ging, war zunächst nicht bekannt.

Kalmer wollte am Donnerstagnachmittag noch einmal zur Unglücksstelle aufbrechen, um im turnusgemäßen Wechseln mit anderen Feuerwehren die Brand- und Sicherheitswache zu übernehmen. „Das Bohrloch sollte zwar geflutet werden“, sagte Kalmer am Donnerstagmittag. „Aber gesichert ist es erst, wenn es verschlossen wurde. Das geht aber erst dann, wenn das Bohrgerüst entfernt wurde.“

Und genau das ist eine heikle Angelegenheit – einfach den Turm abzubauen wäre zu gefährlich. Deshalb sollte der Brandexperte aus den USA den Brandort in Augenschein nehmen und ein Konzept zum Rückbau erarbeiten.

Nach Schilderung der GDF Suez fanden an der rund 600 Meter tiefen Bohrung Instandhaltungsarbeiten statt. Der Unfall passierte, als die sogenannte Komplettierung aus der Bohrung ausgebaut wurde. Beim Fortgang der Arbeiten stieg unerwartet Gas aus der Bohrung und explodierte. Die genaue Herkunft des Gases und die Zündquelle sind laut GDf Suez noch nicht geklärt. Der Zugang zum Bohrlochkopf werde immer noch durch die stark beschädigte Winde behindert, die zunächst gesichert und abgebaut werden müsse.

Weitere der insgesamt 55 Bohrungen innerhalb des 27 Quadratkilometer großen Feldes seien von dem Unfall nicht betroffen. Der Krisenstab der GDF SUEZ E&P Deutschland GmbH besteht aus einem Team aus unterschiedlichen Facheinheiten und Experten – vor Ort im Feld Bramberge und in der Unternehmenszentrale in Lingen

Am Dienstag war es gegen 19:45 Uhr während der Routine-Instandhaltungsarbeiten an einer Ölbohrung im Ölfeld Bramberge zur Explosion und dem anschließenden Ausbruch des Feuers gekommen.

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