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24.09.2014, 19:02 Uhr NACH UNFALL AUF ERDÖLFELD

Explosion in Geeste: Fataler Höhepunkt einer Pannenserie

Kommentar von Dirk Fisser


Osnabrück. Auf einem der größten Ölförderfelder Deutschlands bei Geeste im Landkreis Emsland werden vier Arbeiter lebensgefährlich verletzt. Wieder steht die Branche nach einem Zwischenfall im Fokus.

Das Unglück von Geeste ist der bisherige Höhepunkt einer nicht abreißen wollenden Pannenserie: Erst entging das Wattenmeer im Fall Etzel nur knapp einer Ölpest. Dann sprudelte das Öl aus einer Kaverne in Gronau-Epe. Und zuletzt machten marode Leitungen auf Erdölfeldern in der Grafschaft Bentheim Schlagzeilen. Jetzt das: Vier Arbeiter werden bei der Explosion an einem Ölbohrloch lebensgefährlich verletzt. Das Feuer ist auch Stunden später noch nicht gelöscht.

Mehr als nur ein tragisches Unglück

Wer den Vorfall nur als tragisches Unglück abstempeln will, macht es sich zu einfach. Vor dem Hintergrund der Ereignisse verstärkt die Explosion den Verdacht, der sich in den vergangenen Monaten aufgedrängt hat: Die Öl-Branche hat ein massives Problem in Sachen Sicherheit.

Umso wichtiger waren der Besuch des niedersächsischen Wirtschaftsministers und der Aufsichtsbehörde an der Unglücksstelle. Das bewirkt zwar zunächst wenig, vermittelt aber, dass die Branche unter Beobachtung steht. In den vergangenen Jahren scheint das nicht immer der Fall gewesen zu sein. Aber gerade vor dem Hintergrund der Expansionspläne im Emsland ist das wichtig. Es muss sichergestellt werden, dass sich Pannen wie in den vergangenen Monaten in der Zukunft nicht noch einmal ereignen.

Das kann nur im Sinne der Unternehmen sein, denn jeder Unfall gefährdet nicht nur die Umwelt und im schlimmsten Fall sogar Menschenleben. Er zerstört auch Vertrauen.


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