Nur noch vier Mitbewerber Biotop an der Ems in Geeste im Gewässerwettbewerb

Von Manfred Fickers


Geeste. Wenn sich nach der Fahrt zwischen zwei Meter hohen Maiswänden über die Landzunge im Emsbogen bei Groß Hesepe der Blick Richtung Fluss öffnet, findet man ein Stück Uferlandschaft, wie es früher überall zu finden war. Diese Idylle hat der Angelsportverein Dalum-Groß Hesepe geschaffen und bewirbt sich damit beim Niedersächsischen Gewässerwettbewerb „Bach im Fluss“.

Viele Fragen hatte die Jury, die jetzt die letzten fünf noch im Wettbewerb stehenden ehrenamtlichen Projekte von ursprünglich 25 bereist. Ganz vorn im Bewertungskatalog stehen die ökologische Wirksamkeit, die Verbesserung der Gewässersituation und die Förderung des Bewusstseins für den Wert des Gewässerschutzes..

Der Vereinsvorsitzende Siegfried Rothlübbers erzählte von den zahlreichen Gesprächen, die nötig waren, um gemeinsam mit allen Vereinsmitgliedern, den Grundeigentümerfamilien Geers und Baalmann, dem Wasser- und Schifffahrtsamt Meppen, dem Landkreis Emsland dem Landesfischereiverband Oldenburg und der Fischereigenossenschaft Ems I mit dem Fluss verbundene Gewässer schaffen zu können, an denen schließlich Schilder aufgestellt wurden „Das Angeln im Biotop ist verboten“. Überzeugt habe alle, dass es langfristig für die Artenvielfalt im Fluss notwendig ist, „Kinderstuben“ für Fische, Insekten und Amphibien zu bauen, denn die Ems selbst sei wegen der Bauten zum Hochwasserschutz nicht mehr in der Lage Altarme langfristig offen zu halten, die mit ihren Flachwasserzonen ideale Lebensräume für die Fischbrut sind.

Angefangen hat der Verein mit der Anlage von Gewässern im Anschluss an einen weitgehend verlandeten Altarm 2010 in eigener Regie. Inzwischen ist der Übergang zwischen dem vom Fluss geschaffenen und den von Menschen gemachten Biotopen nur noch für Ortskundige zu erkennen. Es ist eine Insel in der Ems entstanden, auf der Biber leben. Vom nahe gelegenen Emsradweg führt ein Weg zum Emsufer neben der Mündung des Altarms, hier soll eine Informationstafel aufgestellt werden. Das zweite Projekt, die Vertiefung eines vor sehr langer Zeit verlandeten Altarms 2013 ist schon jetzt ein Lebensraum für viele Arten geworden, wie Jurymitglieder bestätigten.

Der Gewässerwettbewerb wird vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz und der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände Niedersachsens seit 2010 jährlich veranstaltet, um Vorbildprojekte für die Gewässerentwicklung bekannt zu machen. Die Preisvergabe ist am 6. Oktober.