Angler fängt Stör in der Ems Überraschung beim nächtlichen Fischzug in Geeste

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Geeste. Einen Stör hat ein Angler in der Gemeinde Geeste in der Ems gefangen. Weil diese Fischart seit 85 Jahren in der Ems und ihren Nebenflüssen als ausgestorben gilt und es auch kein Projekt zur Wiederansiedlung gibt, handelt es sich wahrscheinlich um ein von einem Teichbesitzer illegal ausgesetztes Tier.

Eigentlich wollte Paul Erosenko nachts zwischen Groß und Klein Hesepe Barben fangen. Dafür bestückte er den Haken seiner Angel mit einer Made und fing tatsächlich zunächst ein großes Exemplar, sieben Kilogramm schwer und 80 Zentimeter lang, erzählt er. Wenig später, zwischen 5 und 5.30 Uhr hatte er wieder einen großen Fisch am Haken. Als er das kräftige Tier an Land brachte, staunten er und sein Begleiter, denn einen Stör hatte er noch nicht in der Ems gefangen. In den 15 Jahren, die er in Groß Hesepe lebt, hat er noch nie von Anglerfreunden gehört, dass es in der Ems diese Fischart gibt. 90 Zentimeter lang und fünf Kilogramm schwer war das Exemplar, das er fing. Der Fang wurde mit Fotos dokumentiert und jetzt will er von den Kameraden im Sportanglerverein Rühle 1959 und die Experten vom Landesfischereiverband mehr über den Stör in der Ems erfahren.

Meppener Welse 124 und 135 Zentimeter lang ››

Denn die einzelnen Arten sind nur von Experten genau zu bestimmen. Dazu sind sich mehrere Arten der Störe zu ähnlich. Es könnte ein Russischer Stör, sein, auch Waxdick genannt. Diese werden als Fische für große Gartenteiche gehandelt und gehalten. Weil diese Tiere stetig wachsen und Größen von über drei Metern Länge erreichen können, werden manche in Fließgewässern ausgesetzt. Das ist aber gesetzlich verboten, weil dadurch natürliche Bestände verdrängt oder bastardisiert und Fischkrankheiten eingeschleppt werden können, warnen die Fachleute vom Institut für Fischkunde in Cuxhaven . Manchmal entkommen auch Exemplare über die Abflüsse von Teichen in Bäche und Flüsse. Am 7. Juli 2013 wurde ein ausgesetzter Stör von 1,10 m Länge in einem Regenrückhaltebecken bei Papenburg gefangen.

Ob der früher in der Ems heimische Europäische Stör jemals wieder angesiedelt werden kann, ist fraglich. Ein natürliches Vorkommen gibt es nur noch in der Gironde in Frankreich. Voraussetzung wäre eine gute Gewässerqualität, denn Störe stellen hohe Ansprüche. Zumindest hat der Stör von Groß Hesepe gezeigt, dass dort die Ems für sein Gedeihen in annehmbarem Zustand ist. — Es sei denn, es kommt ein erfahrener Angler.


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